{"id":105848,"date":"2026-07-29T08:24:10","date_gmt":"2026-07-29T06:24:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.gamblinginsider.com\/de\/news\/105848\/automatisch-gespeicherter-entwurf"},"modified":"2026-07-29T08:24:54","modified_gmt":"2026-07-29T06:24:54","slug":"eugh-google-gluecksspielwerbung-youtube-streamer-ggl","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gamblinginsider.com\/de\/news\/105848\/eugh-google-gluecksspielwerbung-youtube-streamer-ggl","title":{"rendered":"EuGH versch\u00e4rft Haftungsma\u00dfstab f\u00fcr Google \u2013 r\u00fccken nun auch Casino-Streamer st\u00e4rker in den Fokus?"},"content":{"rendered":"\n
Der Europ\u00e4ische Gerichtshof (EuGH) hat die Verantwortung digitaler Plattformen f\u00fcr rechtswidrige Gl\u00fccksspielwerbung deutlich versch\u00e4rft. Nach einer aktuellen Entscheidung kann Google unter bestimmten Voraussetzungen f\u00fcr illegale Gl\u00fccksspielwerbung auf YouTube haftbar gemacht werden. <\/em><\/p>\n\n\n\n Das Urteil k\u00f6nnte weit \u00fcber klassische Werbeanzeigen hinausreichen und langfristig auch Auswirkungen auf den Umgang mit Casino-Streamern haben, die deutschsprachige Zielgruppen erreichen.<\/p>\n\n\n\n Die Entscheidung markiert einen weiteren Schritt in Richtung einer umfassenderen Regulierung digitaler Gl\u00fccksspielwerbung. W\u00e4hrend sich Aufsichtsbeh\u00f6rden bislang vor allem auf Anbieter und Werbenetzwerke konzentrierten, r\u00fccken nun zunehmend auch Plattformen als Verbreitungswege in den Mittelpunkt.<\/p>\n\n\n\n Ausgangspunkt des Verfahrens war die Frage, in welchem Umfang Google f\u00fcr die Verbreitung rechtswidriger Gl\u00fccksspielwerbung auf YouTube verantwortlich gemacht werden kann.<\/p>\n\n\n\n Nach Darstellung von Gl\u00fccksWirtschaft stellt der EuGH klar, dass Plattformen sich nicht unbegrenzt auf ihre Rolle als technischer Vermittler berufen k\u00f6nnen. Erhalten sie Kenntnis von rechtswidrigen Inhalten und reagieren nicht angemessen, kann eine Haftung in Betracht kommen.<\/p>\n\n\n\n F\u00fcr nationale Gl\u00fccksspielaufsichten st\u00e4rkt das Urteil damit die M\u00f6glichkeiten, k\u00fcnftig auch gegen Plattformbetreiber vorzugehen und deren Mitwirkung bei der Verbreitung unerlaubter Gl\u00fccksspielangebote st\u00e4rker einzufordern.<\/p>\n\n\n\n Die Entscheidung trifft Google in einer Phase, in der der Konzern seine Gl\u00fccksspielrichtlinien ohnehin kontinuierlich versch\u00e4rft.<\/p>\n\n\n\n Bereits seit September 2024 d\u00fcrfen in Deutschland \u00fcber Google Ads grunds\u00e4tzlich nur noch Anbieter werben, die \u00fcber eine Erlaubnis der Gemeinsamen Gl\u00fccksspielbeh\u00f6rde der L\u00e4nder (GGL) verf\u00fcgen. Die Beh\u00f6rde sprach damals von einer sp\u00fcrbaren Verbesserung bei der Bek\u00e4mpfung illegaler Gl\u00fccksspielwerbung, mahnte jedoch weiteren Handlungsbedarf insbesondere im Bereich der Suchmaschinenoptimierung an.<\/p>\n\n\n\n Auch YouTube versch\u00e4rfte seine Richtlinien Anfang 2025 erheblich. Seitdem sind nicht nur Links zu nicht von Google zertifizierten Gl\u00fccksspielangeboten untersagt, sondern auch Logos, eingeblendete URLs oder verbale Verweise auf entsprechende Webseiten. Zudem k\u00f6nnen Inhalte mit Online-Casinos grunds\u00e4tzlich mit einer Altersbeschr\u00e4nkung versehen werden.<\/p>\n\n\n\n W\u00e4hrend klassische Werbeanzeigen inzwischen deutlich st\u00e4rker reguliert werden, bleibt ein Bereich besonders auff\u00e4llig: deutschsprachige Casino-Streamer.<\/p>\n\n\n\n Ein erheblicher Teil der reichweitenst\u00e4rksten Creator produziert seine Inhalte inzwischen aus Malta oder anderen Gl\u00fccksspielstandorten und streamt regelm\u00e4\u00dfig Online-Casino-Sessions auf Plattformen wie YouTube oder Kick. Teilweise werden dabei Anbieter gezeigt oder beworben, die keine deutsche Gl\u00fccksspiellizenz besitzen oder deren Angebote hierzulande nicht beworben werden d\u00fcrfen.<\/p>\n\n\n\n Rechtlich ist die Lage allerdings komplex. Das blo\u00dfe Zeigen von Gl\u00fccksspiel ist nicht automatisch unzul\u00e4ssig. Anders kann die Bewertung ausfallen, wenn Streams Sponsorings, Affiliate-Links, Bonuscodes oder sonstige kommerzielle Empfehlungen f\u00fcr nicht erlaubte Gl\u00fccksspielangebote enthalten. Dann kann aus Unterhaltung unter Umst\u00e4nden regulierungsrelevante Werbung werden.<\/p>\n\n\n\n Das EuGH-Urteil beantwortet diese Frage nicht unmittelbar.<\/p>\n\n\n\n Es verschiebt jedoch den regulatorischen Schwerpunkt: Wenn Plattformen f\u00fcr die Verbreitung rechtswidriger Gl\u00fccksspielwerbung st\u00e4rker verantwortlich gemacht werden k\u00f6nnen, d\u00fcrfte gleichzeitig auch die Frage an Bedeutung gewinnen, welche Verantwortung diejenigen tragen, die entsprechende Inhalte produzieren.<\/p>\n\n\n\n Die GGL hat in den vergangenen Jahren ihren Fokus kontinuierlich ausgeweitet \u2013 von Zahlungsdienstleistern \u00fcber Werbenetzwerke bis hin zu Suchmaschinen. Dass die Beh\u00f6rde die Versch\u00e4rfung der Google-Richtlinien ausdr\u00fccklich begr\u00fc\u00dfte, zeigt, dass Plattformen inzwischen als wichtiger Bestandteil der Vollzugsstrategie gelten.<\/p>\n\n\n\n Vor diesem Hintergrund erscheint es keineswegs ausgeschlossen, dass k\u00fcnftig auch reichweitenstarke Creator verst\u00e4rkt in den Fokus geraten k\u00f6nnten \u2013 insbesondere dann, wenn ihre Inhalte gezielt deutsche Verbraucher ansprechen und als Werbung f\u00fcr nicht erlaubte Gl\u00fccksspielangebote eingestuft werden.<\/p>\n\n\n\n Genau hier liegt allerdings auch die gr\u00f6\u00dfte H\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n Viele bekannte deutschsprachige Casino-Streamer wohnen offiziell in Malta oder anderen Jurisdiktionen au\u00dferhalb Deutschlands. Das erschwert verwaltungsrechtliche Ma\u00dfnahmen erheblich. Gleichzeitig richtet sich ein gro\u00dfer Teil ihrer Inhalte weiterhin an ein deutschsprachiges Publikum.<\/p>\n\n\n\n Das EuGH-Urteil k\u00f6nnte deshalb mittelbar eine Entwicklung beschleunigen, bei der Aufsichtsbeh\u00f6rden zun\u00e4chst Plattformen st\u00e4rker in die Pflicht nehmen, problematische Inhalte zu entfernen oder deren Verbreitung einzuschr\u00e4nken, bevor unmittelbar gegen einzelne Creator vorgegangen wird.<\/p>\n\n\n\n F\u00fcr die Gl\u00fccksspielbranche ist die Entscheidung weit mehr als ein Einzelfall.<\/p>\n\n\n\n Der EuGH macht deutlich, dass sich digitale Plattformen ihrer Verantwortung bei der Verbreitung regulierter Inhalte nicht entziehen k\u00f6nnen. Gleichzeitig d\u00fcrfte das Urteil den Druck auf Influencer und Casino-Streamer erh\u00f6hen, ihre Inhalte und Kooperationen sorgf\u00e4ltiger auf ihre Vereinbarkeit mit nationalem Gl\u00fccksspielrecht zu pr\u00fcfen.<\/p>\n\n\n\n Ob daraus tats\u00e4chlich Verfahren der GGL gegen einzelne Streamer entstehen, bleibt offen. Das Urteil liefert daf\u00fcr keine unmittelbare Rechtsgrundlage. Es setzt jedoch ein deutliches regulatorisches Signal: Im Kampf gegen illegale Gl\u00fccksspielwerbung richtet sich der Blick der Beh\u00f6rden zunehmend auf das gesamte digitale \u00d6kosystem \u2013 von den Anbietern \u00fcber die Plattformen bis hin zu den reichweitenstarken Gesichtern vor der Kamera.<\/p>\n\n\n\n <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":" Der Europ\u00e4ische Gerichtshof (EuGH) hat die Verantwortung digitaler Plattformen f\u00fcr rechtswidrige Gl\u00fccksspielwerbung deutlich versch\u00e4rft. 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Google hat seine Gl\u00fccksspielregeln bereits versch\u00e4rft<\/h2>\n\n\n\n
Die offene Frage: Was bedeutet das f\u00fcr Casino-Streamer?<\/h2>\n\n\n\n
K\u00f6nnte die GGL k\u00fcnftig gegen Streamer vorgehen?<\/h2>\n\n\n\n
Internationale Durchsetzung bleibt die Herausforderung<\/h2>\n\n\n\n
Branchenweite Signalwirkung<\/h2>\n\n\n\n
Quellen: <\/h2>\n\n\n\n
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https:\/\/www.gluecksspiel-behoerde.de\/de\/news\/371-erfolg-gegen-unerlaubte-gluecksspielwerbung-ueber-streaming-plattformen-aus-dem-ausland-ovg-sachsen-anhalt-bestaetigt-ggl-massnahme<\/a><\/li>\n\n\n\n