Kalshi erschließt mit Tunica-Biloxi den Stammesmarkt

Kalshi hat mit der Tunica-Biloxi Tribe of Louisiana erstmals eine Stammesnation als Partner gewonnen, während zahlreiche andere indigene Gruppen den Prognosemarktbetreiber juristisch bekämpfen.

Kalshi erschließt mit Tunica-Biloxi den Stammesmarkt

Kalshi hat mit der Tunica-Biloxi Tribe of Louisiana erstmals eine Stammesnation als Partner gewonnen, während zahlreiche andere indigene Gruppen den Prognosemarktbetreiber juristisch bekämpfen.

Die Tunica-Biloxi Tribe of Louisiana ist am 18. September 2026 als erste Stammesnation eine Prediction-Market-Partnerschaft mit Kalshi eingegangen. Die Vereinbarung läuft über die neu gegründete Gesellschaft SaltTrade Derivatives und markiert für Kalshi einen konkreten Expansionsweg in den Stammesmarkt, während parallel andere Stämme gegen den Anbieter vorgehen.

SaltTrade Derivatives als App-Marke

Tunica-Biloxi wird seine App über SaltTrade Derivatives auf den Markt bringen. Prediction-Market-Wetten der Kunden sollen dabei über Kalshis Infrastruktur geleitet werden, wie Sportico berichtete.

Die Ankündigung folgt einen Tag auf eine Leitlinie der CFTC, wonach Broker, die Kundengelder halten, kontrollieren oder verwahren, sich nicht zwingend bei der National Futures Association (NFA) registrieren müssen. Solche als passive Software eingestuften Anbieter müssen dennoch bestimmte NFA-Regeln für Broker einhalten, darunter ein Verbot von Werbematerial mit Hochdruck-Ansatz. Laut Sportico erscheint Tunica-Biloxi nicht bei der NFA registriert und dürfte damit wahrscheinlich unter diese Ausnahme fallen – eine Einordnung, die zur laufenden Debatte über die regulatorische Klassifizierung von Event-Kontrakten passt. Tunica-Biloxi, NFA und CFTC reagierten zunächst nicht auf Anfragen zur Stellungnahme.

Kalshis erster Stammespartner

Kalshi-CEO Tarek Mansour rief in einem am Freitag veröffentlichten offenen Brief andere Stammesgruppen dazu auf, dem Beispiel von Tunica-Biloxi zu folgen, und betonte, wer früh einsteige, könne die Standards und Präzedenzfälle mitgestalten, an denen sich künftige Vereinbarungen mit Stammesnationen orientieren. Für Kalshi liefert die Partnerschaft ein Gegenbeispiel zur überwiegenden Ablehnung durch andere Stämme.

Viele Stammesgruppen sehen Prediction Markets als existenzielle Bedrohung für ihre eigenen Gaming-Geschäfte, einige führen aktive Rechtsstreitigkeiten gegen Kalshi. Laut Sportico argumentiert Mansour, die Debatte lasse sich nicht länger auf einen simplen Gegensatz zwischen Prognosemärkten auf der einen und Stämmen auf der anderen Seite reduzieren.

Streit um Zuständigkeit und Stammesrechte

Gegner der Kalshi-Expansion argumentieren, die Konkurrenz durch Exchange-Betting-Plattformen verletze die Stammeshoheit und die exklusiven Gaming-Rechte, die vielen Nationen vertraglich zustehen. Kalshi und andere Betreiber vertreten dagegen die Position, Exchange Betting unterscheide sich grundlegend von Glücksspiel und falle ausschließlich unter die bundesstaatliche Aufsicht der CFTC.

Die California Nations Indian Gaming Association bezeichnete die Entscheidung von Tunica-Biloxi als enttäuschend, erkannte aber an, dass jede Stammesnation eigene Geschäftsentscheidungen treffen könne. Nach Darstellung des Verbands könne eine solche Entscheidung illegales Glücksspiel jedoch nicht legal machen.

Erst diese Woche setzte ein Panel des 9th Circuit Court of Appeals einen Antrag von Blue Lake Rancheria und Chicken Ranch Rancheria of Me-Wuk Indians auf eine einstweilige Verfügung gegen Kalshi und Robinhood wieder ein, nachdem ein Bezirksgericht diesen zuvor abgewiesen hatte. Das Panel hielt es laut Sportico für wahrscheinlich, dass Sport-Event-Kontrakte auf Stammesland gegen den Indian Gaming Regulatory Act und die Gaming-Ordnungen der Stämme verstoßen, und äußerte Zweifel, ob der Commodity Exchange Act Kalshis Sportwetten in diesem Kontext überhaupt deckt. Ähnliche Klagen mit vergleichbarer Stoßrichtung laufen bereits in weiteren Bundesstaaten.

Ausblick

SaltTrade Derivatives soll die App künftig einführen, einen konkreten Zeitplan nennt die Primärquelle nicht. Mansour drängt weitere Stammesgruppen, früh eigene Standards mitzugestalten, während der Streit über Sport-Event-Kontrakte, Stammeshoheit und die Reichweite der CFTC-Zuständigkeit parallel vor Gericht weitergeht.

Hinweis für deutsche Leser: Kalshi und andere Betreiber vertreten die Position, dass Exchange Betting von der CFTC beaufsichtigt werde. Die Frage nach der Reichweite dieser Zuständigkeit ist Teil der laufenden Auseinandersetzungen.

Weiterführende Informationen: Sportico

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Cristoph Schroth
Glücksspiel Experte

Christoph ist iGaming Consultant mit langjähriger Erfahrung in den Bereichen Online-Casino, Sportwetten und regulatorische Compliance. Er berät Betreiber und Start-ups bei Markteintritt, Produktstrategie, Lizenzierung und Performance-Optimierung. Sein Fokus liegt auf nachhaltigem Wachstum, datengetriebenen Entscheidungen und der erfolgreichen Positionierung in stark regulierten Märkten.

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