Mann aufgrund von Morddrohungen gegen PrizePicks wegen 50 $ vor Bundesgericht angeklagt

Der Angeklagte wurde seinem Vater übergeben und unter 24-Stunden-Hausarrest gestellt.

Mann aufgrund von Morddrohungen gegen PrizePicks wegen 50 $ vor Bundesgericht angeklagt
Foto: Pixabay

Ein Mann aus Maryland muss sich vor einem Bundesgericht verantworten, nachdem er laut Behördenangaben online Morddrohungen gegen Mitarbeiter von PrizePicks ausgesprochen haben soll, darunter auch gegen Führungskräfte des in Georgia ansässigen Sportwettenanbieters, weil er nicht auf 50 $ auf seinem Konto zugreifen konnte.

Aaron John Sasser wurde Anfang dieses Monats festgenommen, nachdem er die Drohungen angeblich über den Online-Kundendienst-Chat von PrizePicks verschickt hatte. Laut einer eidesstattlichen Erklärung eines FBI-Spezialagenten drohte Sasser während einer mindestens 24-minütigen Chat-Sitzung am 3. April ausdrücklich damit, CEO Mike Ybarra, Gründer und Vorstandsvorsitzender Adam Wexler sowie Mitbegründer und CTO Jay Deuskar zu töten. Das in der eidesstattlichen Erklärung enthaltene Protokoll umfasst zudem gewalttätige Drohungen gegen die Ehepartner der Führungskräfte von PrizePicks sowie antisemitische Äußerungen.

…wenn meine 50 $ heute nicht vor 17 Uhr wieder auf meinem Bankkonto sind, fahre ich nach Atlanta, Georgia, und bringe jeden im Büro von PrizePicks um, so Sasser laut der von Special Agent Joshua Floyd vorgelegten Aussage.

Laut Floyds eidesstattlicher Erklärung unterhielt sich zunächst ein Chatbot mit Sasser. Als ein Kundendienstleiter hinzukam, warnte dieser Sasser, dass das Unternehmen sein Konto dauerhaft sperren, die Interaktion den Strafverfolgungsbehörden melden und weitere rechtliche Schritte in Betracht ziehen würde.

PrizePicks übermittelte daraufhin Sassers Kontoinformationen, darunter seine E-Mail-Adresse, eine digitale Kopie seines Führerscheins und ein Bild von sich selbst, das er in seinem Konto hinterlegt hatte, an die FBI-Dienststelle in Atlanta.

Dank Investitionen von so namhaften Persönlichkeiten wie der Pokerlegende Phil Hellmuth und dem Baseball-Hall-of-Fame-Mitglied Andruw Jones verzeichnete PrizePicks Anfang der 2020er Jahre ein enormes Wachstum seines Daily-Fantasy-Sports-Geschäfts. Ursprünglich bot das Unternehmen Einzelspieler-DFS-Spiele an, erweiterte sein Angebot in den letzten Jahren jedoch um Peer-to-Peer-Fantasy-Wettbewerbe und Prognosemärkte. Im Januar schloss die in der Schweiz ansässige Allwyn International AG den Kauf einer 62,3-prozentigen Beteiligung an PrizePicks im Wert von 1,53 Mrd. $ ab.

Sicherheitsexperte warnte vor solchen Drohungen

Über die Anklage berichtete zuerst Matthew Wein, ein ehemaliger Beamter des US-Heimatschutzministeriums, der auf Substack den Blog „Secure Stakes“ veröffentlicht.

„Genau vor solchen Drohungen habe ich in ‚Secure Stakes‘ gewarnt“, schrieb Wein am späten Montagnachmittag. „Es handelt sich um Drohungen, auf die Sportwettenanbieter, DFS-Apps und Sportligen nicht vorbereitet sind.“

Der Fall gegen Sasser kommt zu einer Zeit, in der auch andere Personen wegen Drohungen gegen Sportler und Trainer nach verlorenen Wetten angeklagt werden. Mehrere Gesetzgeber und Interessenvertreter, darunter die NCAA, haben die Bundesstaaten aufgefordert, bestimmte Arten von Wetten zu beschränken, in der Hoffnung, diese Drohungen einzudämmen.

Vorerst Hausverbot für Glücksspiel und soziale Medien

Laut Gerichtsunterlagen erklärte sich Sasser bereit, auf eine vorläufige Anhörung in diesem Fall zu verzichten. Er wurde am 10. April in die Obhut seines Vaters entlassen, und das Gericht ordnete für Sasser einen rund um die Uhr geltenden Hausarrest an, mit bestimmten Ausnahmen für Reisen.

Das US-Bezirksgericht für den nördlichen Bezirk von Georgia ordnete außerdem an, dass Sasser keinen Kontakt zu Ybarra, Wexler und Duesler sowie zu anderen in dem Fall genannten Personen aufnehmen darf.

Er darf sich zudem an keinerlei Form des Glücksspiels beteiligen oder Glücksspieleinrichtungen betreten. Darüber hinaus darf Sasser keine sozialen Medien nutzen und keine Websites aufrufen, die über eine Echtzeit-Chat-Funktion für den Kundenservice verfügen.

Das Gericht hat zudem einen Pflichtverteidiger als Rechtsbeistand bestellt.

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Anja Sellman-Reiner
Casino & Poker Experte

Anja ist iGaming-Expertin und spezialisierte Content-Strategin mit Fokus auf die inhaltliche Qualität und strategische Ausrichtung digitaler Glücksspielangebote. Sie entwickelt, analysiert und optimiert Fach- und Marketingtexte für Online-Casinos und Sportwettenanbieter mit einem klaren Blick für regulatorische Anforderungen, Zielgruppenansprache und Conversion-Logik. Anjas Schwerpunkt liegt auf der Verbindung von Branchenexpertise, psychologischem Verständnis für Nutzerverhalten und präziser, performanceorientierter Kommunikation.

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