Neues Glücksspielgesetz in Österreich: Regierung einigt sich auf Reform
Nach monatelangen Verhandlungen hat sich die österreichische Bundesregierung aus SPÖ, ÖVP und Neos auf eine tiefgreifende Reform des Glücksspielrechts geeinigt. Im Mittelpunkt steht die schrittweise Öffnung des Online-Glücksspielmarktes, was das bisherige Monopolmodell ab 2027 maßgeblich verändern wird.
Laut vorliegenden Informationen soll das bislang vorherrschende Monopol für Online-Casinospiele durch ein Lizenzsystem ersetzt werden. Verschiedene Anbieter könnten künftig Konzessionen erhalten, vorausgesetzt, sie erfüllen strenge regulatorische Vorgaben. Das Auslaufen noch bestehender Konzessionen der österreichischen Lotterien Ende September 2027 bildet den Hintergrund der neuesten Entwicklungen.
Anforderungen für Anbieter strenger
Wer künftig eine Lizenz einholen möchte, muss umfangreiche Bedingungen erfüllen. Geplant ist eine sogenannte „Abkühlphase“: Antragstellende Unternehmen dürfen vor Beantragung beispielsweise in den Monaten zuvor keine unerlaubten Glücksspiele für österreichische Kunden angeboten haben. Darüber hinaus sollen offiziell Abgaben entrichtet und gerichtliche Entscheidungen zu Spieler-Rückforderungen anerkannt worden sein.
Die neuen Regelungen reagieren auf eine seit vielen Jahren geführte Debatte über internationale Anbieter, die ohne österreichische Befugnis am Markt agiert haben und damit Gegenstand zahlreicher Gerichtsverfahren wurden.
Spielerschutz im Internet wird ausgeweitet
Der Spielerschutz bildet einen weiteren wesentlichen Schwerpunkt der Reform. Für Online-Angebote sollen künftig ähnliche Vorgaben gelten wie für Glücksspielautomaten. Dazu vorgesehen sind fixe Einzahlungslimits, niedrigere Einsatzgrenzen und insbesondere auch Schutzmaßnahmen für jüngere Spieler. Das maximale Einsatzlimit pro Spiel soll bei 5 € liegen, wohingegen die Höchstgewinne davon unberührt bleiben. Weiterhin zulässig werden Jackpots sein.
Experten erkennen darin den Versuch, den seither teilweise unregulierten Online-Markt stärker zu kontrollieren und Spieler optinaler vor problematischem Spielverhalten zu schützen.
Marktöffnung politisch umstritten
Nach Einigung der Regierung wird die geplante Liberalisierung unterschiedlich bewertet. Fürstreiter argumentieren, dass verschiedene lizenzierte Anbieter für eine optimalere Aufsicht, größere Transparenz und höhere Steuereinnahmen sorgen dürften. Kritische Stimmen warnen hingegen vor einer Ausweitung des Glücksspiel-Angebots mit potenziellen negativen Folgen für den Spielerschutz. In öffentlichen Diskussionen werden außerdem Bedenken geäußert, ehemaligen nicht lizenzierten Anbietern künftig Zugang zum österreichischen Markt zu geben.
Weniger Casino-Standorte
Auch bei stationären, lokal agierenden Casinos sind Änderungen vorgesehen, denn die Zahl der gesetzmäßig festgelegten Standorte soll minimiert werden. Auf diese Weise versucht die Regierung offensichtlich, einen vernünftigen Kompromiss zwischen ordnungspolitischen Zielen und wirtschaftlichen Interessen zu finden.
Die Reform markiert in jedem Fall einen der größten Umbrüche im österreichischen Glücksspielrecht seit Jahrzehnten. Erst nach Inkrafttreten der neuen Lizenzstruktur wird sich allerdings zeigen, ob die neuen Regeln tatsächlich einen verbesserten Spielerschutz und mehr Wettbewerb fördern werden.
Quellen
https://www.krone.at/4185503https://www.brainpower-austria.at/gluecksspielgesetz-2026-oesterreich-reform-behoerde-regulierung/
https://www.hochgepokert.com/at/2026/05/29/leak-deutet-ende-des-online-monopols-in-oesterreich-an
https://www.diepresse.com/30298647/online-gluecksspiel-illegale-anbieter-werden-legal-mit-wartefrist
https://www.jusline.at/gesetz/gspg/paragraf/4
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