DOCV unterstützt GGL-Aufruf zum Branchendialog
Der Deutsche Online Casinoverband (DOCV) hat den Dialogaufruf der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) nach Veröffentlichung ihres Tätigkeitsberichts 2025 begrüßt und gleichzeitig ein konsequentes Vorgehen gegen den deutschen Schwarzmarkt gefordert.
Der Tätigkeitsbericht zeichnet das Bild einer Regulierungsbehörde, die sich nach fünf Jahren im operativen Betrieb etabliert sieht und ihre Maßnahmen gegen illegales Online-Glücksspiel weiter ausbauen will. Gleichzeitig räumt GGL-Verwaltungsratsvorsitzender Sandro Kirchner ein, dass sich der Schwarzmarkt nicht vollständig verdrängen lasse. Stattdessen müsse dessen Geschäftsmodell durch gezielte Vollzugsmaßnahmen zunehmend erschwert und wirtschaftlich unattraktiv gemacht werden.
GGL setzt auf konsequenten Vollzug
Nach Einschätzung der GGL bleibt die Bekämpfung des illegalen Glücksspielangebots eine der zentralen Herausforderungen des deutschen Marktes. Neben der Identifizierung und Sperrung nicht lizenzierter Anbieter will die Behörde ihre Vollzugsinstrumente weiterentwickeln und die Zusammenarbeit mit nationalen sowie internationalen Partnern intensivieren.
Kirchner betonte im Zusammenhang mit der Veröffentlichung des Berichts zudem die Bedeutung eines konstruktiven Austauschs zwischen Regulierungsbehörde, Politik und legalen Marktteilnehmern. Eine enge Zusammenarbeit könne dazu beitragen, den Glücksspielstaatsvertrag weiterzuentwickeln und den legalen Markt langfristig zu stärken.
DOCV fordert stärkere Maßnahmen gegen den Schwarzmarkt
Der DOCV unterstützt diesen Ansatz und sieht in einem konsequenten Vorgehen gegen illegale Betreiber eine Grundvoraussetzung für einen funktionierenden regulierten Markt. Nach Ansicht des Verbands können Spielerschutzmaßnahmen nur dann ihre Wirkung entfalten, wenn Spieler auf lizenzierte Angebote gelenkt werden.
Der Verband verweist darauf, dass legale Betreiber umfangreiche regulatorische Anforderungen erfüllen müssen. Dazu zählen unter anderem Vorgaben zum Jugend- und Spielerschutz, Einsatz- und Einzahlungslimits sowie technische Systeme zur Überwachung auffälligen Spielverhaltens. Illegale Anbieter unterlägen diesen Verpflichtungen hingegen nicht und entrichteten zudem weder Steuern noch Abgaben in Deutschland.
Marktvolumen erreicht 14,4 Mrd. €
Der Tätigkeitsbericht beziffert das Gesamtvolumen des deutschen Glücksspielmarktes für 2025 auf 14,4 Mrd. €. Nach Schätzung der GGL entfallen 77 % des Marktes auf legale Angebote, während der Schwarzmarkt weiterhin rund 23 % ausmacht.
Für 2024 schätzt die Behörde die Bruttospielerträge des illegalen Marktes auf 547 Mio. €. Die Zahlen verdeutlichen aus Sicht der GGL, dass trotz regulatorischer Fortschritte weiterhin ein erheblicher Anteil des Online-Glücksspiels außerhalb des lizenzierten Marktes stattfindet.
Verband spricht sich für regulatorische Anpassungen aus
Über den Vollzug hinaus sieht der DOCV weiteren Handlungsbedarf auf regulatorischer Ebene. Der Verband spricht sich unter anderem für den verstärkten Einsatz von Payment-Blocking, Geoblocking, Netzsperren sowie eine engere Zusammenarbeit mit Suchmaschinen zur Eindämmung illegaler Werbung aus.
Darüber hinaus fordert der DOCV eine Modernisierung der §§ 284 ff. StGB. Nach Auffassung des Verbands orientierten sich die bestehenden Vorschriften weiterhin am stationären Glücksspiel und seien nur bedingt auf grenzüberschreitende Online-Angebote anwendbar. Eine Anpassung der gesetzlichen Grundlagen könne die Strafverfolgung illegaler Betreiber erleichtern.
Der Verband erklärte abschließend, sich weiterhin aktiv am Dialog mit Behörden, Politik und weiteren Marktteilnehmern beteiligen zu wollen. Dieser Austausch sei aus Sicht des DOCV ein wichtiger Bestandteil der laufenden Evaluierung des Glücksspielstaatsvertrags und der zukünftigen Entwicklung des regulierten deutschen Glücksspielmarktes.
Quellen:
- GGL – Tätigkeitsbericht 2025 (Jährliche Berichte)
- GGL – Pressemitteilung: „GGL veröffentlicht Tätigkeitsbericht 2025“ (03. Juli 2026)
- DOCV – „Veröffentlichung des GGL-Tätigkeitsberichts: DOCV begrüßt Dialogaufruf von GGL-Verwaltungsratsvorsitzendem Kirchner“ (07. Juli 2026)
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