CFTC verhängt 35.000-Dollar-Strafe gegen George Santos wegen Marktmanipulation
Die US-Aufsichtsbehörde CFTC hat den ehemaligen Kongressabgeordneten George Santos mit einer Geldstrafe von 35.000 US-Dollar belegt. Er soll irreführende öffentliche Aussagen über seine Teilnahme an der Rede von Präsident Donald Trump gemacht haben, während er gleichzeitig auf einem Prognosemarkt entsprechende Kontrakte handelte.
Die US-Aufsichtsbehörde Commodity Futures Trading Commission (CFTC) hat den ehemaligen US-Kongressabgeordneten George Santos mit einer Geldstrafe von insgesamt rund 35.000 US-Dollar belegt. Nach Ansicht der Behörde manipulierte er einen Prognosemarkt von Kalshi, der sich um seine Teilnahme an der State of the Union Address 2026 drehte.
Im Rahmen eines am Freitag veröffentlichten Vergleichs muss Santos 17.569,98 US-Dollar an unrechtmäßig erzielten Handelsgewinnen zurückzahlen und zusätzlich eine zivilrechtliche Geldstrafe von 17.500 US-Dollar zahlen. Darüber hinaus darf er für drei Jahre nicht mehr auf von der CFTC regulierten Märkten handeln. Die Vorwürfe selbst räumte Santos im Vergleich weder ein noch bestritt er sie.
Mit der Einigung endet eine Untersuchung der CFTC, die im Februar eingeleitet wurde. Auslöser waren verdächtige Handelsaktivitäten, die Kalshi auf dem Prognosemarkt zur State of the Union Address festgestellt und gemeldet hatte.
CFTC: Santos täuschte Händler, während er auf sich selbst wettete
Laut der Vergleichsvereinbarung handelte George Santos auf Kalshi Kontrakte zur Frage, ob er an der State of the Union Address von Präsident Donald Trump am 24. Februar teilnehmen würde – ein Ereignis, dessen Ausgang er selbst unmittelbar beeinflussen konnte.
Zwischen dem 12. und 25. Februar kaufte Santos sowohl „Ja“- als auch „Nein“-Kontrakte und veröffentlichte gleichzeitig mehrfach Beiträge auf X über seine Reisepläne und eine mögliche Teilnahme. Nach Ansicht der CFTC machte er dabei wiederholt irreführende Aussagen und verschwieg wesentliche Informationen, die den Marktpreis beeinflussten.
„Ja“-Position aufgebaut und mit Gewinn verkauft
Bis zum 22. Februar hatte Santos laut CFTC 30.874 „Ja“-Kontrakte angesammelt. An diesem Tag fragte er seine Follower auf X, ob er zur State of the Union Address lieber einen „dezenten oder seriösen Anzug“ oder einen „mit Strass besetzten Anzug“ tragen solle. Wenige Stunden später stieg der Preis der „Ja“-Kontrakte von 0,15 auf 0,70 US-Dollar. Noch am selben Tag verkaufte Santos seine Position und erzielte dabei einen Gewinn von 3.448,43 US-Dollar.
Später wurde sein Flug nach Washington, D.C. gestrichen. Laut der CFTC informierte Santos die Öffentlichkeit jedoch weder über die Flugannullierung noch darüber, dass er seine „Ja“-Position bereits verkauft hatte. Stattdessen reservierte er einen Zug und veröffentlichte anschließend einen Beitrag, wonach Reiseprobleme Abgeordnete daran hindern könnten, die Veranstaltung rechtzeitig zu erreichen. Daraufhin fiel der Marktpreis von 0,63 auf 0,28 US-Dollar.
Noch am selben Tag veröffentlichte Santos ein Video mit den Worten: „Ich werde bei der State of the Union auf der Besuchertribüne dabei sein.“ Nach dieser Aussage stieg der Preis der „Ja“-Kontrakte erneut auf 0,70 US-Dollar.
Danach wechselte Santos auf eine große „Nein“-Position
Obwohl George Santos öffentlich weiterhin behauptete, an der Veranstaltung teilzunehmen, baute er laut der CFTC im Hintergrund eine umfangreiche „Nein“-Position auf.
Etwa eine Stunde nach dem Kauf der „Nein“-Kontrakte wurde auch seine Zugreservierung wegen des schlechten Wetters gestrichen. Diese Information hielt Santos jedoch zurück und erweckte stattdessen weiterhin den Eindruck, er werde an der State of the Union Address teilnehmen.
Am Tag der Rede veröffentlichte Santos schließlich einen Beitrag, in dem er erklärte, Trumps Ansprache auf einem Fernseher am Flughafen zu verfolgen. Daraufhin brach der Kurs der „Ja“-Kontrakte ein – und Santos konnte mit seiner „Nein“-Position einen Gewinn von 14.390 US-Dollar erzielen.
Nach Angaben der CFTC waren zu diesem Zeitpunkt sowohl sein Flug als auch seine Zugverbindung bereits storniert. Eine alternative Reisemöglichkeit hatte er jedoch nie gebucht. Insgesamt soll Santos durch dieses Vorgehen 17.569,98 US-Dollar an unrechtmäßigen Gewinnen erzielt haben.
Positiv wertete die Behörde allerdings seine Kooperation während der Ermittlungen. Diese habe maßgeblich dazu beigetragen, das Verfahren zügig abzuschließen.
Santos kritisiert Kalshi und verteidigt sein Verhalten
Nach der Einigung mit der CFTC meldete sich George Santos mit einer Reihe von Beiträgen auf X zu Wort. Darin griff er Kalshi scharf an und forderte die Behörden auf, Prognosemärkte künftig als Glücksspiel einzustufen.
Unter anderem bezeichnete er Kalshi als „eine echte Glücksspiel-Website“ und begrüßte die Klage der New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James gegen das Unternehmen. Zudem sprach er sich dafür aus, dass alle 50 US-Bundesstaaten Kalshi als Glücksspielplattform regulieren sollten.
In einem weiteren Beitrag forderte Santos, Kalshi den aus seiner Sicht bestehenden „Schutzmantel“ für Swap-Kontrakte zu entziehen.
Über seinen Anwalt erklärte Santos außerdem, er habe nie die Absicht gehabt, den Markt zu manipulieren. Er habe tatsächlich an der State of the Union Address teilnehmen wollen, sei jedoch wegen der schlechten Wetterbedingungen daran gehindert worden. Sowohl sein Flug als auch seine Zugverbindung seien ausgefallen.
Laut der Stellungnahme entschied sich Santos für einen Vergleich, ohne ein Fehlverhalten einzuräumen, um das Verfahren schnell abzuschließen. Zudem habe die CFTC seine Kooperation während der Ermittlungen ausdrücklich anerkannt.
Die CFTC kommt jedoch zu einer anderen Bewertung. Nach den Ermittlungsergebnissen informierte Santos die Öffentlichkeit nicht darüber, dass sowohl sein Flug als auch seine Zugreservierung storniert worden waren, obwohl er weiterhin den Eindruck erweckte, an der Veranstaltung teilnehmen zu wollen.
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