Ukraines Glücksspielmarkt: 470 Mio. Dollar Steuern, halber Markt illegal

Der ukrainische Glücksspielmarkt wächst trotz Krieg - und zahlt inzwischen beachtliche Steuern. Laut Oleksandr Kohut, Präsident der Association of Ukrainian Gambling Operators (AUOGB), hat die lizenzierte Branche im Jahr 2025 rund 19 Milliarden Hrywnja - umgerechnet etwa 470 Millionen Dollar - an den Staatshaushalt abgeführt. Schon in den ersten neun Monaten des Jahres flossen knapp 340 Millionen Dollar von regulierten Betreibern in die Staatskasse. Ein beeindruckendes Wachstum, das aber nur die halbe Wahrheit erzählt.

Ukraines Glücksspielmarkt: 470 Mio. Dollar Steuern, halber Markt illegal
Bild von Andrzej auf Pixabay

Milliardenumsatz, aber der Graumarkt holt auf

Der lizenzierte iGaming-Sektor der Ukraine erzielte 2025 einen Umsatz von rund 1,6 Milliarden Dollar, bei insgesamt 34 aktiven Betreibern.

Gleichzeitig warnt die Branche vor einem strukturellen Problem: Der illegale Markt macht laut Verbandsschätzungen zwischen 46 und 53 Prozent des Gesamtmarkts aus – in absoluten Zahlen also ein Volumen, das dem legalen Segment nahezu ebenbürtig ist. Der Markt stagniert inflationsbereinigt, befindet sich in einer Sättigungsphase, und der Graumarkt übt erheblichen Druck aus – ukrainische Spieler wechseln weiterhin vom regulierten in den illegalen Bereich. 

Besonders brisant: Laut AUOGB stammen rund 90 Prozent der nicht lizenzierten Glücksspielplattformen, die in der Ukraine aktiv sind, aus Russland. Kohut fordert deshalb sofortige Blockiermechanismen und stärkere Befugnisse für den neuen Regulator PlayCity sowie die Nationale Kommission für elektronische Kommunikation. Internetanbieter müssten bei Nichtdurchsetzung von Sperranordnungen strenger zur Rechenschaft gezogen werden. 

Das aktuelle Blockierverfahren dauert bis zu zehn Tage – lang genug, um illegale russische Casinos täglich Millionen abzuschöpfen.

Regulierung im Umbau, Steuerpolitik im Widerspruch

Die institutionelle Seite hat sich 2025 erheblich verändert. Das frühere Regulierungsorgan KRAIL – von Kritikern als von russischen Interessen durchdrungen bezeichnet – wurde durch PlayCity ersetzt, das dem Digitalministerium untergeordnet ist. Die Neugründung gilt als wichtiger Schritt zur Transparenz und Marktbereinigung.

Im ersten Quartal 2025 zahlte die Glücksspielbranche 5,4 Milliarden Hrywnja an Steuern – ein Plus von 20,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum und 143 Mal mehr als im ersten Quartal 2021.

Kohut verweist auf dieses Wachstum als Beleg dafür, dass der regulierte Markt funktioniert – aber nur, wenn man ihn auch schützt.

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Regulierung
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Cristoph Schroth
Glücksspiel Experte

Christoph ist iGaming Consultant mit langjähriger Erfahrung in den Bereichen Online-Casino, Sportwetten und regulatorische Compliance. Er berät Betreiber und Start-ups bei Markteintritt, Produktstrategie, Lizenzierung und Performance-Optimierung. Sein Fokus liegt auf nachhaltigem Wachstum, datengetriebenen Entscheidungen und der erfolgreichen Positionierung in stark regulierten Märkten.

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