Ex-Bundesligaprofi gesteht: Jahrelang illegal auf eigene Liga gewettet
Ein ehemaliger Bundesligaprofi hat im Magazin Stern ein brisantes Geständnis abgelegt: Er habe während seiner aktiven Karriere jahrelang illegal auf Spiele der Bundesliga gewettet - und dabei nach eigener Schätzung rund eine Million Euro verloren. Der Spieler bleibt anonym.
25 von 34 Spieltagen – mit Wettschein
Der Einstieg verlief schleichend. Pokerabende mit Teamkollegen, kleine Einsätze, die mit steigendem Gehalt immer größer wurden. Gegen Ende seiner Karriere habe er an rund 25 von 34 Bundesligaspieltagen pro Saison Wetten platziert – über inoffizielle Plattformen und Mittelsmänner, abgerechnet teils in bar. Auf eigene Spiele will er nicht gesetzt haben. Dennoch war ihm klar, dass er damit gegen die Statuten von DFB und DFL verstieß, die aktiven Profis jede Form von Sportwetten auf Bewerbe der eigenen Liga verbieten. An manchen Spieltagen gewann er nach eigenen Angaben bis zu 40.000 Euro – unter dem Strich blieb trotzdem ein Minus von rund einer Million. Seine nüchterne Bilanz: Ohne Wettschein habe ihn Fußball schlicht nicht mehr interessiert.
Kein Einzelfall – das ist das eigentliche Problem
Was den Fall über das persönliche Geständnis hinaus brisant macht: Der Ex-Profi sieht sich ausdrücklich nicht als Ausnahme. In jedem Team, in dem er gespielt habe, kannte er Mitspieler, die ebenfalls wetteten – seine Schätzung: zwei bis drei pro Mannschaft. Verstöße gegen das Wettverbot können nach DFB- und DFL-Statuten empfindliche Konsequenzen haben, von langen Spielsperren bis zu arbeitsrechtlichen Schritten durch die Vereine. Wie viele Fälle bisher unentdeckt blieben, ist offen – die Strukturen, die der Ex-Profi beschreibt, deuten auf ein System hin, das gezielt auf Unauffälligkeit ausgelegt war.
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