Bombay Group streicht mehr als die Hälfte seiner Stellen
Das Tallinns Luxus-Casino-Projekt Bombay Group baut massiv Personal ab. Mehr als die Hälfte der 164 Mitarbeiter, die das Unternehmen 2025 beschäftigte, werden noch im März entlassen. Grund: Das tägliche Tischspielgeschäft hat sich schlicht nicht gerechnet.
Vom offenen Casino zum Einladungsmodell
Vorstandsmitglied Dajana Tiitsaar macht keinen Hehl daraus, wo das Problem liegt. Die regulären Tischspiele und sonstigen Glücksspielangebote waren wirtschaftlich nicht tragfähig. Das Unternehmen kehrt deshalb zu seinem ursprünglichen Konzept zurück – Gaming-Floors nur noch auf Anfrage und nach vorheriger Vereinbarung für ausgewählte Gäste. Da der Großteil der Belegschaft direkt im Tagesgeschäft des Casinos oder in verwandten Servicebereichen tätig war, zieht der Kurswechsel zwangsläufig einen erheblichen Stellenabbau nach sich.
Kein Einzelfall im Yolo-Universum
Bombay Group ist eine Tochter der Yolo Group, die bereits im September 2025 rund 280 Stellen in Estland gestrichen hatte – damals im Zuge einer strategischen Neuausrichtung weg von Krypto-Glücksspiel hin zu regulierten Märkten. Der Rückzug bei Bombay ist damit der zweite große Einschnitt innerhalb weniger Monate.
Dabei war der Anspruch ursprünglich groß: Rund 100 Millionen Euro wurden in den 5.000 Quadratmeter großen Komplex mitten in Tallinns Altstadt investiert, direkt neben dem Rathausplatz. Das Burman Hotel, die Michelin-gelisteten Restaurants Shang Shi und Koyo sowie die Pokerschule The Fox Den bleiben vom Stellenabbau unberührt und sollen weiter betrieben werden. Bombay Group zahlte laut Berichten im vergangenen Jahr rund 10 Millionen Euro Steuern, knapp 1,5 Millionen davon entfielen auf die Glücksspielsteuer. Eigentümer des Mutterkonzerns Yolo Group ist zu 70,5 Prozent der Australier Tim Heath.
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