Prognosemärkte erleben Woche mit Höhen und Tiefen; Gerichtsverfahren wirft langen Schatten auf Pferderennsport
Gesetzgeber in Massachusetts, Mississippi und Virginia scheitern bei der Verabschiedung von Maßnahmen zum Online-Glücksspiel.
Der erste Freitag der „March Madness“ mag zwar einer der unproduktivsten Arbeitstage des Jahres sein, rechnen Sie dennoch nicht damit, dass sich Gambling Insider den Tag frei nimmt. Zumal wir gerade erst in der zweiten Woche sind.
Es war wieder eine ereignisreiche Woche in der Glücksspielbranche. Nicht nur die NCAA-Turniere haben begonnen, wir haben auch gesehen, wie mehrere Landesparlamente ihre Sitzungsperioden mit Entscheidungen zu Glücksspielgesetzen abgeschlossen haben.
Hier ein Überblick über einige der positiven und einige der weniger positiven Entwicklungen.
BINGO: March Madness enttäuscht nie
Am ersten Spieltag der NCAA am Donnerstag sorgten mehrere Teams mit zweistelligen Setzplätzen landesweit für Überraschungen und machten viele Tippscheine zunichte.
Apropos Tippscheine: Kalshi erregte mit seiner kostenlosen „1 Billion Perfect Bracket Challenge“ einige Aufmerksamkeit. Ein Ergebnis von 63:0 ist so gut wie unmöglich, der Teilnehmer mit dem besten Tippschein erhält allerdings 1 Mio. $, der Betreiber des Prognosemarktes kündigte zudem eine beträchtliche Spende für wohltätige Zwecke und Stipendien an.
Das ist zunächst positiv.
BUST: Tarek Mansour von Kalshi geht zu weit
Wir können gleichzeitig ein Lob aussprechen, allerdings müssen wir auch den Zeigefinger heben.
Am späten Donnerstagvormittag hielt der Mitbegründer und CEO von Kalshi auf X einen letzten Pitch, um Leute zum Mitmachen zu bewegen, und nun ja …
Es ist eine Sache, 1 Mrd. $ für etwas anzubieten, das schwieriger ist als ein Powerball-Gewinn, allerdings zu behaupten, man sei das seinen Enkelkindern schuldig, geht doch etwas zu weit. In mehreren Kommentaren wurde er für sein übertriebenes Verkaufsgebaren kritisiert.
Es ist zudem die Art von Äußerung, die Kalshi nicht dabei helfen wird, Menschen für sich zu gewinnen, die Vorhersagemärkten ohnehin bereits skeptisch gegenüberstehen.
BINGO: MLB unterzeichnet Verträge mit Polymarket und der CFTC
Ob dies einen Wendepunkt darstellt, bleibt abzuwarten, doch die Meldung vom Donnerstag, dass die Major League Baseball einen umfangreichen Partnerschaftsvertrag mit Polymarket unterzeichnet und mit der US-amerikanischen Commodity Futures Trading Commission eine Vereinbarung zum Schutz der Spiele getroffen hat, ist von großer Bedeutung.
Prognosemärkte werden noch eine Weile bestehen bleiben, selbst wenn einzelne Bundesstaaten vor Gericht einstweilige Verfügungen erwirken. Es ist erfreulich zu sehen, dass die MLB einen proaktiven Ansatz verfolgt.
RÜCKBLICK: Online-Sportwetten und iGaming-Maßnahmen scheitern
Diese Woche hat Mississippi die Zulassung von Online-Sportwetten erneut aufgeschoben und damit den kleineren unabhängigen Casinos einen Sieg beschert, die seit Jahren gegen die geplante Ausweitung kämpfen.
Zudem konnten sich die Gesetzgeber in Virginia nicht einigen, eine Maßnahme zur Legalisierung von Online-Casino-Spielen voranzutreiben. Auch die Gesetzgeber in Massachusetts beschlossen, das Thema auf das nächste Jahr zu verschieben.
In der Zwischenzeit werden Wettende in diesen Bundesstaaten weiterhin auf Offshore-Anbieter zurückgreifen. Diesen Bundesstaaten entgehen weiterhin Steuereinnahmen.
Es besteht weiterhin die Chance, dass Wisconsin und Minnesota Online-Sportwetten legalisieren, und Maryland könnte sich Maine anschließen und iGaming vorantreiben.
BUST: Rechtsstreit zwischen Churchill Downs und HISA schadet dem Pferderennsport
Auf dem Weg zum Kentucky Derby gab es bisher Stationen im Gulfstream Park, auf den Fair Grounds, in Aqueduct, Santa Anita und im Oaklawn Park. In den letzten Jahren gab es jedoch auch Zwischenstopps vor dem US-Bezirksgericht im Zusammenhang mit dem größten Rennen des Landes.
Nach gewonnenen Gerichtsverfahren gegen Trainer Bob Baffert steht Churchill Downs erneut vor Gericht. Diesmal verklagt das in Louisville ansässige Glücksspielunternehmen die Horseracing Integrity and Safety Authority wegen Gebühren, die die nationale Regulierungsbehörde von Churchills Rennbahnen fordert.
Anfang dieser Woche verurteilte ein HISA-Schiedsgericht Churchill zur Zahlung von fast 5,3 Mio. $ zur Deckung der Gebühren für seine namensgebende Rennbahn und drei weitere in seinem Besitz. Zwei Tage später stritten sich die beiden Seiten in einem Gerichtssaal in Louisville, wobei Churchill Downs andeutete, dass es beim Gericht einen Aufschub beantragen könnte, falls es die Angelegenheit nicht mit der Behörde klären kann.
Werden die Gebühren nicht gezahlt, könnte die HISA Churchill daran hindern, sein Frühjahrsmeeting durchzuführen oder verbieten, dass seine Rennen für Simulcasts außerhalb des Bundesstaates verfügbar sind.
Dies hat zwar möglicherweise keine Auswirkungen auf das diesjährige Kentucky Derby, das nur noch sechs Wochen entfernt ist, könnte aber erhebliche Folgen für die Zukunft des Sports haben.
Hinweis: Da Prognosemärkte in Deutschland illegal sind, dient dieser Beitrag hinsichtlich der Erwähnung von Prognosemärkten lediglich und ausschließlich Informationszwecken.
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