Der „Lodge Card Club“ schließt und entlässt Mitarbeiter aufgrund rechtlicher Probleme

Der „Lodge Card Club“ in der Nähe von Austin hat seinen Betrieb auf unbestimmte Zeit eingestellt und sein gesamtes Personal entlassen, nachdem texanische Behörden die Rechtmäßigkeit seines Geschäftsmodells angefochten hatten.

Der „Lodge Card Club“ schließt und entlässt Mitarbeiter aufgrund rechtlicher Probleme

Der „Lodge Card Club“ in Round Rock, Texas, in der Nähe von Austin, stellt seinen Betrieb auf unbestimmte Zeit ein und entlässt sein gesamtes Personal, wobei er sich auf anhaltenden rechtlichen Druck seitens der lokalen Behörden beruft. Der Club ist seit dem 10. März geschlossen, nachdem die Texas Alcoholic Beverage Commission (TABC) eine Razzia im Kartenspielraum durchgeführt, Beweismittel beschlagnahmt und Vermögenswerte eingefroren hat.

Zu den Eigentümern des Clubs gehören die Pokerprofis Doug Polk, Andrew Neeme und Brad Owen. Alle drei zählen zu den bekanntesten Persönlichkeiten im modernen Poker-Streaming und auf YouTube.

Polk, Jake Abdalla und Jason Levin sind Mehrheitseigentümer, während Neeme und Owen zu den kleineren Investoren gehören.

Schließung in E-Mail an die Mitarbeiter bestätigt

Levin sandte eine E-Mail an alle Mitarbeiter, in der er bestätigte, dass der Club „auf absehbare Zeit“ geschlossen bleibt und alle Mitarbeiter entlassen werden.

Levin begann die Nachricht mit den Worten: „Dies ist die schwerste Nachricht, die ich je schreiben musste.“

Er erklärte, die Entscheidung sei auf rechtliche Risiken zurückzuführen, die mit dem Geschäftsmodell des Clubs verbunden seien. Er betonte jedoch, dass das Unternehmen rechtmäßig gehandelt habe.

Zwar wurde bislang keine Anklage erhoben … doch hat die Staatsanwaltschaft von Williamson County unseren Anwälten gegenüber deutlich gemacht, dass sie der Ansicht ist, das derzeitige Geschäftsmodell von „The Lodge“ verstoße gegen texanisches Recht.

Levin fügte hinzu, dass eine Wiedereröffnung das Unternehmen weiteren Razzien aussetzen könnte, was möglicherweise zur Beschlagnahmung von Vermögenswerten und zu Festnahmen führen könnte.

Aus diesem Grund können wir nicht wieder öffnen … Andernfalls würden wir riskieren, dass die Behörden erneut eine Razzia in „The Lodge“ durchführen, weiteres Bargeld und weitere Vermögenswerte beschlagnahmen und möglicherweise Personen festnehmen.

Da uns keine Hinweise darauf vorliegen, wann die Ermittlungen abgeschlossen sein werden, haben wir derzeit keine andere gangbare Alternative.

Er fügte hinzu, dass der Verein bestrebt sei, die Mitarbeiter wieder einzustellen, sobald der Betrieb wieder aufgenommen werde.

Es gibt keine Worte, die wirklich beschreiben können, wie sehr mich das schmerzt – nicht nur als geschäftliche Entscheidung, sondern auch auf menschlicher Ebene. Ich bin zutiefst dankbar für alles, was ihr geleistet habt, und das werde ich immer in Erinnerung behalten. Ihr seid nicht einfach nur zur Arbeit erschienen – ihr habt etwas geschaffen, das wirklich zählt.

Folgen der Razzia im Zusammenhang mit Vorwürfen wegen Finanzdelikten und Glücksspiel

Die Razzia und die anschließende Schließung der Lodge sind auf die Glücksspielgesetze in Texas und das Modell der „Social Poker Clubs“ zurückzuführen, die in einer rechtlichen Grauzone operieren.

Texas ist nach wie vor einer der restriktivsten Bundesstaaten in Bezug auf Glücksspiele und eine Änderung ist in naher Zukunft nicht zu erwarten. Daher arbeiten Pokerclubs in Texas nach dem Modell privater Clubs. Dieses erlaubt Peer-to-Peer-Pokerspiele anstelle von Glücksspielen, bei denen das Haus als Bank fungiert. Die Clubs erheben Mitgliedsbeiträge oder stündliche Sitzplatzmieten, anstatt einen Prozentsatz der Potts einzubehalten.

Laut einer 22-seitigen eidesstattlichen Erklärung, die PokerNews vorliegt, stützt sich die Untersuchung gegen The Lodge jedoch auf potenzielle Verstöße wie organisierte kriminelle Aktivitäten, Geldwäsche und illegales Glücksspiel nach texanischem Recht.

Dem Dokument zufolge wurden Einzahlungen in Höhe von etwa 1,35 Mio. $ als „verdächtig“ eingestuft, ebenso wie Geldtransfers zwischen Konten, die mit dem Unternehmen in Verbindung stehen. Es beschreibt zudem eine verdeckte Ermittlung, bei der Agenten den Club aufsuchten und mehrfach Poker spielten.

Wie geht es weiter?

Die Ermittlungen dauern an, ein Zeitplan ist noch nicht bekannt. Die Schließung des „The Lodge“ ist eine der bislang öffentlichkeitswirksamsten Maßnahmen gegen einen texanischen Pokerraum.

Dies wirft Fragen hinsichtlich des zunehmenden Drucks auf private Pokerclubs auf und lässt vermuten, dass ähnliche Maßnahmen auch anderweitig folgen könnten. Dazu gehört auch die Schwesterfiliale des „The Lodge“ in San Antonio.

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Cristoph Schroth
Glücksspiel Experte

Christoph ist iGaming Consultant mit langjähriger Erfahrung in den Bereichen Online-Casino, Sportwetten und regulatorische Compliance. Er berät Betreiber und Start-ups bei Markteintritt, Produktstrategie, Lizenzierung und Performance-Optimierung. Sein Fokus liegt auf nachhaltigem Wachstum, datengetriebenen Entscheidungen und der erfolgreichen Positionierung in stark regulierten Märkten.

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