March Madness Finale & Prognosemärkte: Die wichtigsten Glücksspiel-News der Woche
Mit dem Finale der March Madness – dem Höhepunkt des US-College-Basketballs – steht eine ereignisreiche Woche bevor: Gerichte, Gesetzgeber und Gouverneure treiben parallel zentrale Entwicklungen rund um Prognosemärkte, Sportwetten und Sweepstakes-Casinos voran.
Diese Woche steht ganz im Zeichen des March Madness Finales, eines potenziell richtungsweisenden Gerichtsurteils in Arizona zu Prognosemärkten sowie neuer Anhörungen zu Sweepstakes-Casinos und anderen unregulierten Glücksspielangeboten.
Auch Entscheidungen der Gouverneure in Wisconsin und Maine tragen dazu bei, dass sich eine weitere intensive Woche für die US-Glücksspielbranche abzeichnet.
March Madness Finale sorgt für Rekord-Wettinteresse
Das heutige NCAA-Finale der Männer zwischen Michigan und UConn markiert den Höhepunkt eines der vermutlich meistbewetteten March-Madness-Turniere überhaupt. Michigan ging dabei sowohl bei klassischen Sportwettenanbietern als auch auf Prognosemärkten als Top-3-Favorit ins Rennen.
Doch nicht nur das Ergebnis steht im Fokus: Das diesjährige Turnier verdeutlicht vor allem das enorme Wettvolumen. Laut der American Gaming Association setzen US-Spieler rund 3,3 Milliarden US-Dollar legal auf die NCAA-Turniere.
Parallel gewinnen Prognosemärkte zunehmend an Bedeutung. Trotz Einschränkungen bei markenrechtlich geschützten Begriffen sorgten Plattformen wie Kalshi mit Aktionen wie einem Bracket-Wettbewerb mit einem Volumen von bis zu 1 Milliarde US-Dollar für Aufmerksamkeit.
Am Morgen vor dem Finale verzeichnete allein der „Champion“-Markt auf Kalshi ein Handelsvolumen von über 228 Millionen US-Dollar. Auf Polymarket – das in den USA nur eingeschränkt verfügbar ist – lag das Volumen bei rund 26 Millionen US-Dollar.
Worauf Sie jetzt achten sollten:
- Veröffentlichungen nach dem Spiel, u. a. zu Wettumsätzen (Handle), Prop-Wetten und Kombiwetten
- Auswirkungen des Spielergebnisses auf die Margen der Anbieter
- Hinweise darauf, wie viel Volumen Prognosemärkte klassischen Sportwetten abgenommen haben
Rechtsstreit um Prognosemärkte spitzt sich weiter zu
Der Konflikt zwischen US-Bundesstaaten und Anbietern von Prognosemärkten gewinnt deutlich an Dynamik. Am 3. April standen zwei richtungsweisende Anhörungen im Fokus: Während ein Bundesrichter in Nevada das Verbot bestimmter Event-Kontrakte von Kalshi verlängerte, blieb eine Entscheidung in Arizona zunächst aus.
Dort verhandelte ein Bundesgericht über Kalshis Antrag auf eine einstweilige Verfügung gegen den Staat. Gleichzeitig steht die grundsätzliche Frage im Raum, ob das Gericht überhaupt zuständig ist – schließlich laufen in Arizona parallel strafrechtliche Verfahren gegen die Plattform. Eine Entscheidung wird noch in dieser Woche erwartet.
Auf Bundesebene eskaliert der Streit weiter: Die US-Regierung hat Klagen gegen Arizona, Connecticut und Illinois eingereicht. Ihr Argument: Einzelstaatliche Regulierungsversuche bei Event-Kontrakten verletzen die alleinige Zuständigkeit der Commodity Futures Trading Commission (CFTC).
Das erhöht den Druck – und macht weitere Klagen gegen Bundesstaaten wahrscheinlich, insbesondere dort, wo bereits gegen Prognosemärkte vorgegangen wird.
Auch Washington rückt zunehmend in den Fokus: Der Bundesstaat hat Kalshi Ende März wegen mutmaßlich illegalen Glücksspiels verklagt. Kalshi brachte den Fall vor ein Bundesgericht, während Robinhood präventiv eine eigene Klage gegen den Staat einreichte.
Worauf Sie jetzt achten sollten:
- Fällt diese Woche eine Entscheidung in Arizona?
- Weitet die CFTC ihre Klagen auf weitere Bundesstaaten aus?
- Bewegung im Fall Washington – insbesondere eine mögliche Rückverweisung an ein staatliches Gericht
Anhörungen zu Sweepstakes- und Prognosemarkt-Gesetzen im Fokus
Wichtige Termine in Oklahoma, Louisiana und Tennessee
Auf politischer Ebene gewinnt die Regulierung von Sweepstakes-Casinos und Prognosemärkten weiter an Fahrt. Gleich mehrere Gesetzesinitiativen stehen in dieser Woche vor entscheidenden Anhörungen.
In Oklahoma wird SB 1589 am 7. April im House Criminal Judiciary Committee behandelt. Der Entwurf erweitert die bestehenden Glücksspielgesetze gezielt auf Online-Casino-ähnliche Angebote und wurde bereits Anfang März im Senat verabschiedet.
In Louisiana steht HB 883 am 8. April zur ersten Anhörung an. Im Zentrum: ein klares Verbot von Dual-Currency-Zahlungssystemen, die häufig im Zusammenhang mit Sweepstakes-Modellen genutzt werden.
Zeitgleich rückt Tennessee in den Fokus: Am 8. April werden dort gleich zwei zentrale Vorlagen verhandelt – HB 1885 (Verbot von Sweepstakes-Casinos) und HB 2079 (Verbot von Prognosemärkten). Beide Gesetze haben bereits erste Hürden genommen und gehen nun in die nächste Entscheidungsphase.
Weitere Gesetzesinitiativen könnten folgen
Auch in anderen Bundesstaaten deutet sich Bewegung an:
- In Iowa steht SF 2289 nach erfolgreicher Unterausschussprüfung nun im House Ways and Means Committee zur weiteren Beratung. Der Entwurf wurde bereits im Senat verabschiedet – ein nächster Schritt könnte unmittelbar bevorstehen.
- In Maryland wurden zwei Gesetze zu Sweepstakes-Modellen bereits im Senate Budget and Taxation Committee angehört, eine Abstimmung steht jedoch noch aus. Diese könnte kurzfristig erfolgen.
- In Minnesota treiben beide Kammern parallel Maßnahmen gegen Sweepstakes-Casinos (SF4474, HF4410) sowie Prognosemärkte (SF4511, HF4437) voran. Konkrete Termine fehlen zwar noch, doch das bisherige Tempo deutet auf eine zeitnahe Behandlung hin.
- In Louisiana hat das Repräsentantenhaus zusätzlich HB 53 verabschiedet. Der Ansatz: ein Vorgehen gegen Sweepstakes-Anbieter über bestehende Anti-Racketeering-Gesetze. Der Entwurf liegt nun dem Senat vor.
Worauf Sie jetzt achten sollten:
- Schafft es SB 1589 in Oklahoma auf die Agenda des gesamten Repräsentantenhauses?
- Treibt Tennessee HB 1885 weiter voran – oder erfolgt eine Anpassung an das bereits verabschiedete SB 2136?
- Welchen Weg wählt Louisiana: regulatorisches Vorgehen über HB 883 oder härtere Maßnahmen via HB 53?
- Kommt es kurzfristig zu weiteren Anhörungen oder neuen Terminen für bislang offene Gesetzesinitiativen?
Gouverneurs-Entscheidungen in Wisconsin und Maine im Fokus
Neben der Dynamik auf legislativer Ebene rücken nun auch zwei entscheidende Weichenstellungen auf Gouverneursebene in den Mittelpunkt.
In Wisconsin liegt ein Gesetzentwurf zur Legalisierung von Online-Sportwetten über Tribal-Vereinbarungen seit dem 2. April bei Gouverneur Tony Evers. Das Parlament hatte die Vorlage bereits im März verabschiedet. Eine Entscheidung – Zustimmung oder Veto – wird noch in dieser Woche erwartet. Im Falle eines Vetos könnte das Gesetz jedoch mit einer Zweidrittelmehrheit in beiden Kammern überstimmt werden.
Auch in Maine steht eine richtungsweisende Entscheidung an: Ein Gesetz zum Verbot von Sweepstakes-Casinos wurde Gouverneurin Janet Mills vorgelegt. Nach der finalen Verabschiedung am 2. April läuft nun eine zehntägige Frist – eine Entscheidung könnte somit noch diese oder kommende Woche fallen.
Bereits jetzt zeigt sich Mills als aktive Gestalterin der Glücksspielregulierung: Im Januar unterzeichnete sie die Legalisierung von Online-Casinos, zuletzt folgte ein Verbot von Kreditkartenzahlungen bei Sportwetten.
Worauf Sie jetzt achten sollten:
- Gibt Wisconsin grünes Licht für Online-Sportwetten – oder folgt ein Veto?
- Wird Maine nach Indiana zum nächsten Bundesstaat, der Sweepstakes-Casinos im Jahr 2026 verbietet?
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