Kalshi schließt Mai mit rechtlichen Schritten an mehreren Fronten ab
Kalshi beendete den Mai mit der Einreichung neuer Klagen in Wisconsin und Minnesota. Gleichzeitig baute das Unternehmen sein Überwachungsteam aus, da die Vorhersagemärkte zunehmend unter die Lupe genommen werden.
Kalshi schloss den Mai mit einer Reihe rechtlicher Entwicklungen ab, darunter eine Klage gegen Minnesota, ein Antrag auf Beitritt zum Wisconsin-Verfahren der CFTC und ein Antrag auf sofortige Berufung in seinem Rechtsstreit mit der Ho-Chunk Nation. Das Unternehmen erweiterte zudem sein Überwachungsteam durch die Einstellung eines ehemaligen FBI-Analysten.
Kalshi will sich Verfahren der Bundesregierung gegen Wisconsin anschließen
Am 28. Mai reichte Kalshi einen Antrag auf Zulassung als Streithelfer in der Klage der Bundesregierung gegen Wisconsin ein.
Kalshi strebt an, neben dem US-Justizministerium und der CFTC als Kläger in dem Rechtsstreit aufzutreten, in dem Wisconsins Bestrebungen angefochten werden, seine Glücksspielgesetze auf bundesweit regulierte Event-Kontrakte anzuwenden.
Wie in anderen Fällen argumentierte Kalshi, dass die Durchsetzungsbemühungen von Wisconsin einen unzulässigen Versuch darstellten, an einer bundesstaatlich regulierten Börse gehandelte Kontrakte zu regulieren. Das Unternehmen argumentierte, dass diese Bemühungen zudem im Widerspruch zur ausschließlichen Zuständigkeit der CFTC gemäß dem Commodity Exchange Act stünden.
Kalshi verwies zudem auf jüngste Erfolge in New Jersey, Arizona und Tennessee. Die Bundesgerichte erließen einstweilige Verfügungen, die es den staatlichen Behörden untersagten, Glücksspielgesetze gegen die Event-Kontrakte des Unternehmens durchzusetzen.
Kalshi legt Berufung im Fall gegen die Ho-Chunk Nation ein
Ebenfalls in Wisconsin beantragte Kalshi am 29. Mai bei einem Bundesgericht die Zulassung einer sofortigen Berufung in seinem laufenden Rechtsstreit mit der Ho-Chunk Nation.
Der Antrag folgt auf ein Urteil vom 11. Mai, mit dem Teile des Antrags von Kalshi auf Klageabweisung zurückgewiesen wurden. Das Gericht befand, dass die Ho-Chunk Nation glaubhaft Ansprüche gemäß dem Indian Gaming Regulatory Act (IGRA) in Bezug auf Verträge über Sportveranstaltungen geltend gemacht habe, die auf Stammesgebieten zugänglich sind.
Kalshi argumentierte, dass die Entscheidung neue rechtliche Fragen aufwerfe, darunter die Frage, ob Stämme Derivate regulieren können, die auf bundesweit regulierten, ausgewiesenen Vertragsmärkten gehandelt werden. Das Unternehmen stellte zudem in Frage, ob angebliche Verstöße gegen Glücksspielverordnungen der Stämme die Grundlage für Ansprüche nach dem IGRA bilden können.
Das Unternehmen beantragte beim Bezirksgericht, das Urteil für eine Zwischenberufung zuzulassen. Dieser Schritt würde es Kalshi ermöglichen, eine Überprüfung durch das US-Berufungsgericht für den Siebten Gerichtsbezirk zu beantragen.
Klage in Minnesota eröffnet eine weitere Front
Die Klagen in Wisconsin folgten auf die Klage von Kalshi gegen Minnesota, die am 27. Mai eingereicht worden war.
Das Unternehmen reichte Klage ein, nachdem Minnesota ein zweites Verbot für Prognosemärkte erlassen hatte. Das neue Gesetz ersetzte frühere Bestimmungen zu Prognosemärkten, die bereits eine separate Bundesklage der CFTC ausgelöst hatten.
In beiden Klagen wird argumentiert, dass das neue Gesetz auf Bundesebene genehmigte Vertragskategorien unter Strafe stellt. Dazu gehören traditionelle Derivatemärkte, wie beispielsweise seit langem etablierte Absicherungs- und Risikomanagementprodukte, die an Wetter- und Agrarmärkte gekoppelt sind.
Ehemaliger FBI-Analyst verstärkt das Überwachungsteam
Parallel zu seinen rechtlichen Schritten hat Kalshi seine Aktivitäten in den Bereichen Compliance und Marktüberwachung ausgebaut.
Laut Reuters hat das Unternehmen den ehemaligen FBI-Geheimdienstanalysten Tyler Neff für sein Überwachungsteam eingestellt. Neff war zuvor sieben Jahre lang in einer Einheit für Wirtschaftskriminalität in der New Yorker Außenstelle des FBI tätig, bevor er bei der New York Stock Exchange, Wedbush Securities und Canaccord Genuity arbeitete.
Reuters berichtete, dass Neff an den Leiter der Abteilung für Rechtsdurchsetzung und Rechtsberatung, Robert DeNault, berichten und dabei helfen wird, die Marktüberwachungsmaßnahmen von Kalshi zu beaufsichtigen. Die Einstellung folgt auf mehrere andere Neuzugänge aus Finanzinstituten, darunter Morgan Stanley und Nasdaq.
Der Fokus auf die Überwachung erfolgt vor dem Hintergrund einer verstärkten Überprüfung der Integrität von Prognosemärkten und mehrerer hochkarätiger Vorfälle mit verdächtigen Handelsaktivitäten.
Letzte Woche klagten die Bundesbehörden einen Google-Softwareingenieur wegen Insiderhandels an, da er angeblich vertrauliche Unternehmensdaten genutzt hatte, um auf Polymarket einen Gewinn von mehr als 1,2 Mio. $ zu erzielen.
Der Juni knüpft dort an, wo der Mai aufgehört hat
Die Aktivitäten rund um Kalshi, die Ende Mai begannen, setzen sich im Juni fort, wobei in zwei der laufenden Rechtsstreitigkeiten des Unternehmens wichtige Fristen anstehen.
In Ohio ist die Antwortschrift des Staates am 4. Juni im Berufungsverfahren von Kalshi vor dem Sechsten Bundesberufungsgericht fällig. Das Unternehmen hatte seine Eröffnungsschrift am 5. Mai eingereicht.
Unterdessen steht eine weitere Frist im Fall der Ho-Chunk Nation an. Kalshis Antwort auf die geänderte Klage des Stammes ist am 5. Juni fällig.
Hinweis: Da Prognosemärkte in Deutschland illegal sind, dient dieser Beitrag hinsichtlich der Erwähnung von Prognosemärkten in diesem Artikel lediglich und ausschließlich Informationszwecken.
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