Icahn erwägt Last-Minute-Angebot für Caesars, Investoren halten an Fertitta-Deal fest

Trotz Berichten über ein möglicherweise höheres Angebot von Carl Icahn werden die Caesars-Aktien weiterhin unter dem Angebot von Tilman Fertitta gehandelt, was darauf hindeutet, dass die Anleger einer konkurrierenden Übernahme weiterhin skeptisch gegenüberstehen.

Icahn erwägt Last-Minute-Angebot für Caesars, Investoren halten an Fertitta-Deal fest
Foto: Leo_Visions, Unsplash

Carl Icahn soll Berichten zufolge nur wenige Tage vor Ablauf der „Go-Shop“-Frist des Unternehmens ein höheres Angebot für Caesars Entertainment ausarbeiten. Die Reaktion des Marktes deutet jedoch darauf hin, dass die Anleger weiterhin davon ausgehen, dass die Übernahme durch Tilman Fertitta im Wert von 17,6 Mrd. $ zustande kommt.

Bloomberg berichtete am Dienstag, dass die Investmentbank Jefferies Financial Group das Interesse von Investoren an einer Fremdfinanzierung in Höhe von rund 5 Mrd. $ sondiert, um eine mögliche Übernahme des Casino-Betreibers unter der Führung von Icahn zu unterstützen. Mit der Angelegenheit vertraute Personen teilten Bloomberg mit, dass noch keine endgültige Entscheidung getroffen worden sei und der Vorschlag weiterhin Änderungen unterliege.

Der Bericht erscheint weniger als sechs Wochen, nachdem Fertitta Entertainment zugestimmt hatte, Caesars im Rahmen einer reinen Bar- und Aktienübernahme im Wert von rund 5,7 Mrd. $ zu übernehmen, wobei ausstehende Schulden in Höhe von rund 11,9 Mrd. $ übernommen werden. Der Gesamtwert der Transaktion beläuft sich auf etwa 17,6 Mrd. $.

Die Vereinbarung beinhaltet eine 45-tägige „Go-Shop“-Frist, die es Caesars ermöglicht, bis zum 11. Juli alternative Angebote einzuholen oder zu prüfen.

Icahn soll ein höheres Angebot auf dem Tisch haben

Laut Bloomberg hat Icahn bereits ein Angebot von 33 $ pro Aktie auf dem Tisch, das über Fertittas Angebot von 31 $ pro Aktie liegt. Anderen Berichten zufolge könnte Icahn zwischen 35 und 40 $ pro Aktie bieten.

Icahns Interesse an Caesars ist kaum überraschend. Der milliardenschwere Investor hatte 2019 eine Beteiligung von 15,6 % an dem Unternehmen aufgebaut. Er drängte zudem auf strategische Veränderungen, die letztendlich dazu führten, dass Eldorado Resorts Caesars im Jahr 2020 im Rahmen eines 17,3-Mrd.-$-Deals übernahm, wodurch das heutige Unternehmen entstand.

Icahn begann 2024 erneut, in Caesars zu investieren. 2025 sicherte er zwei Sitze im Vorstand für die Führungskräfte von Icahn Enterprises, Jesse Lynn und Ted Papapostolou.

Die Finanzierungsstruktur könnte die größte Hürde darstellen

Die gemeldete Finanzierungsstruktur hinter einem Vorschlag von Icahn ist deutlich komplexer als die mit Fertitta vereinbarte Transaktion.

Bloomberg berichtete, dass Icahns potenzielles Angebot eine Umschuldungsmaßnahme beinhalten könnte, bei der bestimmte Vermögenswerte von Caesars in Tochtergesellschaften ausgelagert würden. Diese Struktur würde die Unterstützung bestehender Gläubiger erfordern. Jefferies hat Berichten zufolge Kontakt zu diesen Gläubigern aufgenommen, um das Finanzierungspaket zusammenzustellen.

Im Gegensatz dazu hat Fertitta bereits Kreditzusagen von einem Konsortium aus rund zehn Banken erhalten, was seinem Angebot möglicherweise einen erheblichen Vorteil bei der Umsetzung verschafft.

Der Unterschied bei der Finanzierung könnte sich als entscheidend erweisen.

Laut David Faber von CNBC gehen mit der Situation vertraute Personen davon aus, dass der Vorstand von Caesars aufgrund der finanziellen Sicherheit und der Verbindungen zum derzeitigen Managementteam weiterhin Fertittas Vorschlag bevorzugt.

Vorstand steht vor der Frage: Preis oder Umsetzung?

Der Zeitpunkt der Berichte ist besonders bemerkenswert, da das „Go-Shop“-Fenster von Caesars am 11. Juli ausläuft.

Gemäß der bei der SEC eingereichten Fusionsvereinbarung müsste Caesars Fertitta eine Kündigungsgebühr in Höhe von 200 Mio. $ zahlen, sollte das Unternehmen die Transaktion aufgeben. Diese Gebühr sinkt auf 100 Mio. $, wenn das Unternehmen während des „Go-Shop“-Zeitraums ein besseres Angebot mit einer ausgeschlossenen Partei abschließt.

Caesars müsste Fertitta unter bestimmten Umständen, die auf behördliche Hindernisse zurückzuführen sind, zudem eine umgekehrte Kündigungsgebühr in Höhe von 450 Mio. $ zahlen.

Trotz Berichten über ein potenzielles konkurrierendes Angebot schienen die Anleger nicht davon überzeugt zu sein, dass ein höheres Angebot auftauchen oder sich durchsetzen würde. Nach einem anfänglichen Anstieg um 1,1 % im Anschluss an den Bloomberg-Bericht am Dienstag schloss die Caesars-Aktie am Mittwoch bei 29,82 $. Das liegt unter dem von Fertitta vereinbarten Angebotspreis von 31 $ pro Aktie und deutlich unter der gemunkelten Bewertungsspanne für einen Vorschlag von Icahn.

Die Reaktion des Marktes deutet darauf hin, dass Investoren die Transaktion mit Fertitta weiterhin als das wahrscheinlichere Ergebnis betrachten, auch wenn die Möglichkeit einer Herausforderung in letzter Minute durch einen der einflussreichsten Investoren von Caesars besteht.

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Cristoph Schroth
Glücksspiel Experte

Christoph ist iGaming Consultant mit langjähriger Erfahrung in den Bereichen Online-Casino, Sportwetten und regulatorische Compliance. Er berät Betreiber und Start-ups bei Markteintritt, Produktstrategie, Lizenzierung und Performance-Optimierung. Sein Fokus liegt auf nachhaltigem Wachstum, datengetriebenen Entscheidungen und der erfolgreichen Positionierung in stark regulierten Märkten.

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