Illinois-Urteil lässt Gebührenfrage bei Sportkontrakten offen
Der Beschluss stellt die staatlichen Lizenzvorgaben für die im Verfahren behandelten Sportkontrakte vorläufig infrage. Über Transaktionsgebühren ist noch nicht entschieden; zudem muss das Gericht die konkrete Reichweite einer möglichen Unterlassungsverfügung festlegen.
Der Beschluss stellt die staatlichen Lizenzvorgaben für die im Verfahren behandelten Sportkontrakte vorläufig infrage. Über Transaktionsgebühren ist noch nicht entschieden; zudem muss das Gericht die konkrete Reichweite einer möglichen Unterlassungsverfügung festlegen.
Kalshi und Coinbase haben in ihrem Rechtsstreit mit Illinois über Sportereignis-Kontrakte auf Prognosemärkten teilweise Recht erhalten. Wie The Defiant am 2. Oktober 2026 berichtete, hielt das Gericht die staatlichen Lizenzregeln für wahrscheinlich unvereinbar mit dem Bundes-Derivatrecht. Die Frage, ob Illinois Gebühren auf die betreffenden Transaktionen erheben darf, blieb offen.

Der Beschluss ist vorläufig und entscheidet den Streit nicht abschließend. Das Gericht forderte die Parteien auf, Vorschläge zu den Bedingungen einer Unterlassungsverfügung einzureichen. Erst anhand dieser Vorschläge wird sich genauer bestimmen lassen, welche staatlichen Maßnahmen gegenüber den betroffenen Kontrakten untersagt wären.
Lizenzvorgaben und Gebühren getrennt behandelt
Die Anträge der Unternehmen wurden nur teilweise bewilligt. Im Mittelpunkt des gewährten Teilerfolgs stehen die Lizenzanforderungen, mit denen Illinois das Angebot der im Verfahren behandelten Sportkontrakte nach einzelstaatlichem Glücksspielrecht regulieren will. Nach der vorläufigen Einschätzung des Gerichts könnten diese Vorgaben mit dem bundesrechtlichen Rahmen für Derivate kollidieren.
Die Gebührenfrage behandelt der Beschluss dagegen nicht als geklärt. Die ergänzende Berichterstattung zum Verfahren beschreibt, dass Illinois Gebühren sowohl für Transaktionen als auch für bestimmte Sportwetten auf Börsen eingeführt hat und das Gericht hierzu weitere Stellungnahmen verlangt. Eine abschließende Feststellung, ob diese Kosten mit Bundesrecht vereinbar sind, liegt damit nicht vor.
Diese Trennung ist für die praktische Wirkung des Urteils relevant. Eine vorläufige Begrenzung der Lizenzpflicht würde nicht automatisch bedeuten, dass sämtliche finanziellen oder sonstigen staatlichen Anforderungen entfallen. Zugleich kann die konkrete Ausgestaltung der Verfügung darüber entscheiden, auf welche Kontrakte und staatlichen Maßnahmen sich der Schutz erstreckt.
Bundesaufsicht und einzelstaatliches Glücksspielrecht
Der Kern des Streits ist die rechtliche Einordnung von Sportereignis-Kontrakten: Fallen sie als Derivate in den bundesrechtlichen Zuständigkeitsbereich oder dürfen die Bundesstaaten sie als Glücksspiel behandeln und dafür eigene Lizenzen verlangen? Illinois’ Lizenzregeln würden laut der ergänzenden Verfahrensberichterstattung beeinflussen, welche Kontrakte angeboten werden können und wer damit handeln darf. Das Gericht sah deshalb vorläufig einen möglichen Konflikt mit der bundesweiten Regulierung von Derivatemärkten.
Die Einordnung hängt dabei nicht allein davon ab, dass ein Anbieter als Börse registriert ist. Nach der ergänzenden Darstellung stellte das Gericht darauf ab, ob die konkreten Kontrakte die gesetzlichen Voraussetzungen für Derivate erfüllen. Es ging somit nicht um eine pauschale Freistellung aller Sport- oder Ereigniskontrakte von einzelstaatlichen Glücksspielregeln.
Damit fügt sich der Beschluss in die breitere Auseinandersetzung über die Zuständigkeit der Bundesstaaten und der CFTC bei Sportkontrakten ein. Auch die Frage, welche Arten von Ereigniskontrakten unter den bundesrechtlichen Rahmen fallen, bleibt für Anbieter und Aufsichtsbehörden zentral; entscheidend ist die Abgrenzung zwischen Finanzderivat und staatlich regulierter Wette.
Ein abweichender Verfahrensstand besteht in Wisconsin. Laut der ergänzenden Berichterstattung hatte ein Bundesgericht dort im Juli einen Antrag der CFTC auf eine vergleichbare vorläufige Verfügung abgelehnt. Das Verfahren wurde im September während des laufenden Berufungsverfahrens zunächst administrativ geschlossen. Der Vergleich verdeutlicht unterschiedliche gerichtliche Einschätzungen, legt aber nicht fest, wie die Frage über den konkreten Einzelfall hinaus zu beantworten ist.
Für die Branche bleibt daher die übergeordnete Frage, welche Kontrakte die gesetzlichen Anforderungen an Derivate erfüllen und welche Folgen daraus für einzelstaatliche Glücksspielregeln entstehen. Der Illinois-Beschluss gibt vorläufig eine Richtung für Lizenzvorgaben vor, lässt die Gebühren und die genaue Reichweite der Anordnung aber ausdrücklich offen.
Nächste Schritte im Verfahren
Als nächstes müssen die Parteien dem Gericht konkrete Vorschläge für die Bedingungen der Unterlassungsverfügung vorlegen. Parallel bleibt die Gebührenfrage Gegenstand weiterer Prüfung. Bis das Gericht diese Punkte behandelt hat, lässt sich weder der praktische Umfang des Teilerfolgs noch die Zulässigkeit der Gebühren abschließend bestimmen.
Die Entscheidung ist damit ein wichtiger Zwischenstand, kein endgültiger Schlusspunkt im Streit um Prognosemärkte. Ihre Wirkung hängt davon ab, wie das Gericht die Verfügung formuliert und ob die offenen Gebührenfragen zu einer weiteren Einschränkung führen; die unterschiedlichen Regeln und Verfahren zu Prognosemärkten in den USA bleiben deshalb für den Marktzugang maßgeblich.
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