Fünf-Prozent-Grenze für Kalshis Handelsarm vorgeschlagen
Kalshi schlägt eine begrenzte Beteiligung seines verbundenen Handelsarms vor, statt ihn vollständig vom Markt auszuschließen. Der Vorschlag fällt in die laufende CFTC-Prüfung möglicher Interessenkonflikte bei Prognosebörsen.
Kalshi schlägt eine begrenzte Beteiligung seines verbundenen Handelsarms vor, statt ihn vollständig vom Markt auszuschließen. Der Vorschlag fällt in die laufende CFTC-Prüfung möglicher Interessenkonflikte bei Prognosebörsen.
Kalshi teilte der US-Regierung am Montag mit, den Handel seiner Tochtergesellschaft Kalshi Trading auf 5 % des vierteljährlichen Wettvolumens begrenzen zu wollen. Das Angebot ist eine Alternative zu den Regeln, die die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) für verbundene Unternehmen vorgeschlagen hat, die zugleich eine Börse betreiben und dort als Eigenhändler auftreten. Der Vorschlag ist Teil der öffentlichen Kommentierungsphase der Behörde.
Die Abwägung betrifft ein zentrales Strukturproblem der Prognosemärkte: Affiliates können Liquidität bereitstellen, handeln aber zugleich auf einer Plattform, die zu ihrem eigenen Unternehmensverbund gehört. Die Debatte knüpft an die CFTC-Prüfung von Kalshis Geschäften und möglichen Interessenkonflikten an.
Kalshi erkennt Risiken der Unternehmensstruktur an
Der CFTC-Vorschlag richtet sich gegen verbundene Strukturen wie die von Kalshi, in denen ein Unternehmen sowohl die Börse als auch einen eigenen Handelsarm kontrolliert. Kalshis Schreiben ging während der öffentlichen Konsultation zu den geplanten Interessenkonfliktregeln bei der Behörde ein. Der Vorschlag hatte laut der Berichterstattung bereits mehr als 50 öffentliche Stellungnahmen erhalten.
Kalshi räumte dabei erstmals ein, dass die eigene Unternehmensstruktur potenzielle Risiken schafft, die durch neue Regeln angegangen werden sollten. Das Unternehmen unterstützt damit den grundsätzlichen Regulierungsbedarf, lehnt aber einzelne Instrumente ab, mit denen die CFTC den Spielraum verbundener Handelsarme beschränken will.
Die Frage betrifft nicht nur die formale Trennung von Börse und Affiliate, sondern auch den Zugang zu Informationen und die Behandlung von Orders. Damit berührt sie jene Integritäts- und Marktordnungsrisiken bei Prognosemärkten, die bei verbundenen Handelsaktivitäten besonders sichtbar werden können.
Vorschlag umfasst verschiedene Wettarten
Die von Kalshi vorgeschlagene Obergrenze soll branchenweit gelten und sowohl Einzelereigniswetten als auch Parlays erfassen, die über ein RFQ-System außerhalb des zentralen Orderbuchs ausgeführt werden. Ein Affiliate dürfte demnach in keiner der beiden Kategorien mehr als 5 % des jeweiligen Volumens erreichen. Kalshi fordert außerdem, verbundene Unternehmen anhand von Stimmrechten und Eigentumsanteilen eindeutig zu definieren.
Für Beziehungen zwischen Börsen und verbundenen Eigenhandelsunternehmen sieht Kalshi zudem eine unabhängige finanzielle Überwachung vor. Compliance-Prüfungen sollen sicherstellen, dass Informationsbarrieren zwischen den Gesellschaften bestehen. Dazu zählt nach dem Vorschlag auch eine räumliche Trennung durch separate Büros.
Gleichzeitig wendet sich Kalshi gegen bestimmte Einschränkungen der CFTC. Eine der vorgeschlagenen Maßnahmen würde verbundene Handelsarme im Orderbuch bei jedem Preis an die letzte Stelle der Prioritätsreihenfolge setzen und damit unabhängigen Market Makern Vorrang geben. Kalshi hält solche Vorgaben für operativ belastend und sieht die Gefahr, dass sie sich durch strategisches Verhalten umgehen ließen.
Die Branchenpositionen reichen von einem vollständigen Verbot bis zu einem weitgehend unbeschränkten Handel. CME Group plädiert nach den eingereichten Stellungnahmen für ein Verbot des Eigenhandels durch Börsen-Affiliates; Fanatics vertritt dagegen die Auffassung, dass die Marktaktivität verbundener Unternehmen nicht eingeschränkt werden sollte. Befürworter solcher Handelsarme argumentieren, sie könnten Liquidität bereitstellen, wenn unabhängige Market Maker nicht ausreichend Kapital zur Verfügung stellen.
Volumen und Offenlegung im Fokus
Kalshi-Sprecherin Elisabeth Diana gab an, Kalshi Trading habe in diesem Jahr etwa 1,5 % des Volumens der Börse ausgemacht. Eine Obergrenze von 5 % hätte im September selbst dann, wenn sie nur auf Maker-Volumen angewandt würde, nach einer Schätzung von Aldrin Research rund 2,3 Mrd. US-Dollar entsprochen. Die Zahl verdeutlicht, dass ein relativ kleiner prozentualer Anteil im Maßstab einer großen Plattform ein erhebliches Handelsvolumen umfassen kann.
Kalshi fordert außerdem, dass Börsen das Handelsvolumen ihrer Affiliates für jede Wettart vierteljährlich öffentlich ausweisen. Eine solche Offenlegung könnte den Vergleich zwischen Kategorien erleichtern und die Kontrolle der Obergrenze unterstützen. Sie betrifft die Frage, wie Plattformen Handelsaktivitäten überwachen.
Im Rahmen der Kommentierungsphase liegen unterschiedliche Vorschläge und Einwände vor. Kalshis Modell setzt auf begrenzte Eigenaktivität, getrennte Kontrollstrukturen und mehr Transparenz statt auf einen Ausschluss verbundener Market Maker; ob daraus eine branchenweite Regel wird, hängt davon ab, wie die Behörde Liquiditätsbedarf und Interessenkonfliktrisiken gewichtet.
Gambling Insider liefert die neuesten Branchennachrichten, ausführliche Features und Bewertungen von Anbietern, denen Sie vertrauen können. Unser Team kombiniert strenge redaktionelle Standards mit jahrzehntelanger Fachkompetenz, um Genauigkeit und Fairness zu gewährleisten. Wir sind bestrebt, klare, unparteiische und zuverlässige Berichterstattung über den globalen Glücksspielsek