Volumenbasierte Rewards bei Kalshi sollen 2026 enden
Kalshi beendet ein Instrument, das Handelsvolumen und Liquidität auf der Plattform fördern sollte. Der vorzeitige Ausstieg fällt in eine Phase verschärfter regulatorischer Aufmerksamkeit für Incentive-Programme auf Prognosemärkten.
Kalshi beendet ein Instrument, das Handelsvolumen und Liquidität auf der Plattform fördern sollte. Der vorzeitige Ausstieg fällt in eine Phase verschärfter regulatorischer Aufmerksamkeit für Incentive-Programme auf Prognosemärkten.
Kalshi will sein Volume Incentive Program frühestens am 13. Oktober 2026 beenden, fast ein Jahr vor dem ursprünglich vorgesehenen Endtermin am 1. Oktober 2027. Grundlage ist eine am 28. September bei der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) eingereichte Selbstzertifizierung. Einen konkreten Grund für die vorzeitige Beendigung nannte das Unternehmen nicht; nach den Programmregeln kann Kalshi Incentives nach eigenem Ermessen ändern oder beenden.
Der Schritt betrifft ein Vergütungsmodell, das ausgeführte Trades nach ihrem Anteil am berechtigten Volumen belohnte. Die Entscheidung steht damit im Zentrum einer breiteren Debatte über die Ausgestaltung von Incentive-Programmen für Prognosemärkte, belegt für sich genommen aber keinen Zusammenhang mit regulatorischem Druck.
So wurden die Rewards berechnet
Kalshi reichte das Programm im Februar 2023 bei der CFTC ein und startete es im März desselben Jahres. Laut Einreichung sollte es das Volumen und die Liquidität im Central Limit Order Book erhöhen und dadurch die Preiseffizienz verbessern.
Grundsätzlich konnten Kalshi-Mitglieder teilnehmen. Ausgenommen waren Affiliates, Mitglieder mit einer Market-Maker-Vereinbarung sowie Introducing Brokers und Futures Commission Merchants und deren nicht offengelegte Kunden, sofern diese über die betreffenden Vermittler handelten.
Für jeden berechtigten Markt legte Kalshi einen festen Prämientopf mit einer Laufzeit von bis zu 31 Tagen fest. Am Ende des Zeitraums erhielten teilnahmeberechtigte Trader einen Anteil entsprechend ihrem Handelsvolumen im Verhältnis zum gesamten berechtigten Volumen des Marktes.
Bei Event-Kontrakten zählten grundsätzlich nur Trades im Orderbuch, deren Preise zwischen 0,03 und 0,97 US-Dollar lagen. Diese Preisspanne galt nicht für Perpetual Futures; die Rewards für Event-Kontrakte waren zudem auf 0,005 US-Dollar je gehandeltem Kontrakt und Teilnehmer begrenzt.
Regulatorischer Kontext ohne bestätigten Zusammenhang
Die vorzeitige Beendigung erfolgt, während die CFTC Incentive-Programme stärker in den Blick nimmt. In einem im August veröffentlichten Advisory erinnerte die Behörde Designated Contract Markets an ihre regulatorischen Pflichten und formulierte Erwartungen an Verfahren und Inhalt von Einreichungen zu solchen Programmen.
Der Advisory verwies auch auf das Risiko von Wash-Trading, das durch bestimmte volumenbasierte Anreize entstehen könne. Front Office Sports berichtete, die CFTC sei mit Prognosemärkten unzufrieden, die den Advisory nicht eingehalten hätten; demnach könnte der Vorsitzende Michael Selig Maßnahmen ergreifen. Die Primärmeldung belegt jedoch weder eine Anordnung der Behörde an Kalshi noch einen Zusammenhang zwischen der regulatorischen Prüfung und der Beendigung des Programms.
Zusätzliche Fragen zur Handelsqualität kamen nach einem Bericht des Wall Street Journal über fast eine Million nahezu gleich großer Trades im Ether-Perpetual-Futures-Markt von Kalshi auf. Die Transaktionen hätten seit August einen Gesamtwert von mehr als fünf Milliarden US-Dollar erreicht. Kalshi bestritt Wash-Trading und erklärte, die wiederkehrenden Größen gingen auf feste, ruhende Orders eines Market Makers zurück, die von schnelleren Tradern ausgeführt worden seien.
Die Einreichung zur Programmbeendigung stellt ausdrücklich keinen Bezug zu dieser Handelsaktivität her. Auch ein Vergleich mit Polymarkets Gebühren- und Empfehlungsmodellen liefert keinen Beleg für Kalshis Beweggrund, sondern ordnet lediglich ein, wie unterschiedlich Prognosemärkte Nutzerakquise und -bindung gestalten.
Ausblick auf den 13. Oktober
Der 13. Oktober 2026 ist laut Einreichung der früheste Zeitpunkt, zu dem die Beendigung wirksam werden kann. Aus der Primärmeldung geht nicht hervor, ob Kalshi das bestehende Modell bis dahin unverändert fortführt oder welche konkrete Maßnahme danach folgen könnte.
Damit endet zunächst ein klar umrissenes, volumenbasiertes Reward-Modell. Für die Branche wird entscheidend sein, wie sich Handelsaktivität und Liquidität nach dem Wegfall der volumenabhängigen Prämien entwickeln und welche Anforderungen die CFTC künftig an Incentive-Programme stellt.
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