Externe Aufsicht bei The Star Sydney läuft bis 2027 weiter
Die New South Wales Independent Casino Commission verlängert die externe Verwaltung von The Star Sydney erneut, statt den Weg zurück zur eigenen Lizenz freizugeben. Trotz erkennbarer Fortschritte reichen Governance- und Kulturreformen der Aufsichtsbehörde noch nicht aus.
Die New South Wales Independent Casino Commission verlängert die externe Verwaltung von The Star Sydney erneut, statt den Weg zurück zur eigenen Lizenz freizugeben. Trotz erkennbarer Fortschritte reichen Governance- und Kulturreformen der Aufsichtsbehörde noch nicht aus.
Die New South Wales Independent Casino Commission (NICC) hat die Suspendierung der Casinolizenz von The Star Entertainment in Sydney bis zum 30. Juni 2027 verlängert. Manager Nick Weeks bleibt damit als externe Aufsicht im Amt, während The Star Sydney seine Glücksspielbereiche weiterhin betreiben darf. Als Begründung nannte die Behörde am Freitag anhaltende Bedenken hinsichtlich Governance, Führung und Unternehmenskultur des Betreibers.
Verfahrensstand: Externe Verwaltung bleibt bis Mitte 2027 bestehen
The Star Sydney hatte im Oktober 2022 nach den Feststellungen der Bell-Untersuchung die unabhängigen Betriebsrechte verloren. Seitdem hat die NICC die Suspendierung schrittweise verlängert und die externe Verwaltung unter Nick Weeks fortgeschrieben. Die aktuelle Entscheidung markiert damit nahezu vier Jahre externer Kontrolle über das Flaggschiff-Casino der Gruppe.
Eine Aufhebung der Suspendierung ist laut NICC jederzeit möglich, sofern The Star nachweist, dass seine Remediationsmaßnahmen dauerhaft im Unternehmen verankert sind. Das Reformprogramm umfasst Compliance, Risikomanagement, ethische Standards und Reformen im Senior Management – ein Muster regulatorischer Nachsteuerung, das sich auch in anderen australischen Fällen wie der direkten regulatorischen Eingriffe in den stationären Casinobetrieb zeigt, wenn Aufsichtsbehörden das operative Geschäft unmittelbar einschränken.
NICC: Fortschritte erkennbar, aber Kulturfragen offen
NICC-Chef Philip Crawford würdigte die bisherigen Anstrengungen des Betreibers, verwies zugleich aber auf ungelöste Fragen zu Governance, Führung und Kultur-Remediation, die für eine Rückkehr zur eigenen Lizenz entscheidend seien.
„There is no doubt that The Star has come a long way in addressing the matters which led to the suspension of its casino licence in 2022,“ Crawford said.
Crawford ergänzte, es sei enttäuschend, dass die Muttergesellschaft trotz der Fortschritte in Sydney weiterhin Probleme habe, die sämtliche Standorte der Gruppe beträfen.
Rechtlicher und regulatorischer Kontext: Offene Verfahren und frühere Sanktionen
Im Zusammenhang mit der Bell-Untersuchung von 2022 wurde The Star Entertainment mit einer Geldstrafe von AU$100 Millionen belegt. Als weiteren Belastungsfaktor nennt die NICC die laufenden zivilrechtlichen Verfahren der Australian Transaction Reports and Analysis Centre (AUSTRAC) vor dem Federal Court. In diesem Verfahren stellte das Gericht bereits fest, dass zwei ehemalige leitende Angestellte von The Star Entertainment Group gegen den Corporations Act 2001 verstoßen haben, weil sie Geldwäsche- und Kriminalitätsrisiken unzureichend verwaltet und gemeldet hatten.
Bereits im März 2025 hatte Crawford neben Fortschritten auch anhaltende Unsicherheit über die Finanzlage des Konzerns als Bremsklotz benannt. Zur Bandbreite regulatorischer Sanktionen im australischen Casinosektor passt zudem eine gemeinsame Geldstrafe von AU$2,25 Millionen, die die NICC gegen Crown Sydney und The Star Sydney verhängte, nachdem eine 16-jährige Person mithilfe gefälschter Ausweisdokumente wiederholt Zugang zu den Glücksspielbereichen beider Häuser erhalten hatte. Solche Verstöße reihen sich in eine Serie australischer Durchsetzungsfälle ein, zu denen auch die Geldstrafe gegen Tabcorp wegen einer Lücke bei der Multi-Faktor-Authentifizierung zählt.
Ausblick: Weiter externe Aufsicht bis zur Aufhebung
Nick Weeks bleibt unter Aufsicht der NICC verantwortlich für den Betrieb des Sydney-Casinos, solange die Suspendierung fortbesteht. Die Behörde kündigte an, genau zu beobachten, wie The Star Sydney und die The Star Entertainment Group ihre offenen Probleme lösen.
Vor einer Aufhebung müssen laut Crawford sämtliche Governance-, Führungs- und Kulturfragen sowie die AUSTRAC-bezogenen Verfahren geklärt sein. Die NICC betonte jedoch, dass die Suspendierung grundsätzlich jederzeit enden könne, sobald The Star nachweise, dass seine Remediation nachhaltig im Unternehmen verankert sei.
Hinweis für deutsche Leser: Die geschilderten Vorgänge betreffen die australische Glücksspielregulierung und haben keinen direkten Bezug zum deutschen Rechtsrahmen. In Deutschland regelt die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) die Zulassung und Aufsicht von Online-Glücksspielangeboten; stationäre Spielbanken unterliegen weiterhin der Aufsicht der jeweiligen Bundesländer.
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