Anreize im Fokus: CFTC prüft Prognosemarkt-Plattformen
Die CFTC prüft Incentive-Programme von Prognosemarkt-Plattformen wegen möglicher irreführender Promotions. Welche Maßnahme folgt und welche Unternehmen betroffen sein könnten, ist bislang offen.
Die CFTC prüft Incentive-Programme von Prognosemarkt-Plattformen wegen möglicher irreführender Promotions. Welche Maßnahme folgt und welche Unternehmen betroffen sein könnten, ist bislang offen.
Die US-Terminmarktaufsicht CFTC untersucht Anreizprogramme, die Prognosemarkt-Plattformen Tradern und Market Makern anbieten, und erwägt gezielte Prüfungen von Börsen oder direkte Durchsetzungsuntersuchungen. Wie Front Office Sports am Dienstag, 29. September, berichtete, hat Chairman Michael Selig den konkreten Ansatz noch nicht festgelegt; eine Maßnahme wird bis zum Ende der betreffenden Woche erwartet. Belegt ist damit kein allgemeines Werbeverbot, sondern ein mögliches Vorgehen gegen bestimmte Bonus- und Incentive-Programme.
CFTC verlangt Angaben zu Incentive-Programmen
Hintergrund ist eine Warnung, die die CFTC im August an die Unternehmen richtete. Darin erinnerte die Behörde die Plattformen an ihre Pflichten nach dem Commodity Exchange Act und forderte sie auf, die geltenden Vorgaben einzuhalten.
Nach den CFTC-Regeln müssen Unternehmen Angaben zu den Bedingungen eines Incentive-Programms einreichen, bevor sie es einführen. Die Einreichungen sollen vollständige Informationen enthalten; zugleich liegt es in der Verantwortung der Unternehmen, Anforderungen an fairen Zugang und Marktintegrität zu erfüllen.
Welche Plattformen von einer möglichen Maßnahme betroffen sein könnten, ist nicht bekannt. Kalshi, Polymarket und Novig wurden lediglich als Anbieter genannt, deren Incentives die Aufmerksamkeit der Aufsicht auf sich ziehen könnten. Daraus folgt weder, dass die CFTC gegen diese Unternehmen bereits ein Verfahren eingeleitet hat, noch dass sie einen Verstoß festgestellt hätte.
Eine mit den Gesprächen innerhalb der Behörde vertraute Person sagte Front Office Sports, die CFTC sei frustriert darüber, dass Unternehmen nach der August-Warnung noch nicht regelkonform handelten. Die Quelle beschrieb zudem eine Reihe von Programmen als möglicherweise irreführend. Diese Einschätzung ist eine zugeschriebene Darstellung des Verfahrensstands, keine veröffentlichte Feststellung gegen ein bestimmtes Unternehmen.
Welche Promotions im Fokus stehen
Zu den Angeboten, die die Behörde untersucht, zählen laut dem Bericht Programme, bei denen Nutzer nach der Registrierung und bestimmten Trades einen festgelegten Betrag gutgeschrieben bekommen sollen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, ob solche Anreize den Handel verzerren oder Nutzer mit irreführenden Versprechen anziehen können.
Die August-Warnung hob außerdem als potenziell problematisch Angebote hervor, die Trades als risikofrei darstellen, unbegrenzte Rabatte vorsehen oder Gewinne garantieren. Die CFTC sieht darin mögliche Risiken für legitime Handelsaktivität und Marktintegrität. Eine abschließende rechtliche Bewertung einzelner Promotions oder eine Liste beschuldigter Plattformen liegt in der Primärquelle jedoch nicht vor.
Ein Vertreter der CFTC lehnte gegenüber Front Office Sports eine Stellungnahme ab. Kalshi erklärte laut einem getrennten Bericht über ungewöhnliche Handelsaktivitäten, das Unternehmen habe nichts falsch gemacht. Diese Reaktion bezog sich nicht nachweislich auf die Prüfung der Incentive-Programme; Stellungnahmen von Polymarket oder Novig zu diesem Vorgang sind nicht belegt.
Prüfung reiht sich in breitere Aufsicht ein
Die Prüfung der Promotions fällt in eine Phase, in der die CFTC zugleich an endgültigen Regeln für die Branche arbeitet. Im Juni hatte die Behörde einen Vorschlag vorgelegt, der Märkte einschränken würde, die sie als besonders anfällig für Manipulation einstuft. Als Beispiel nannte die Primärquelle Märkte, deren Ausgang an den Gesundheitszustand eines bestimmten Spielers geknüpft ist.
Am 22. September warnte die CFTC zudem, sogenannte Mention-Märkte stellten ein erhöhtes Manipulationsrisiko dar. Dabei können Nutzer darauf handeln, welche Wörter oder Formulierungen eine Person in einer Rede oder bei einer Veranstaltung verwenden wird. In einem davon getrennten Fall ordnete die Behörde im August an, dass ein ehemaliger Teleprompter-Operator von Donald Trump rund 107.539 US-Dollar an Gewinnen aus Mention-Märkten zurückzahlen und zusätzlich eine Geldbuße von 65.000 US-Dollar entrichten muss. Laut Bericht hatte der frühere Mitarbeiter dabei Insiderinformationen genutzt.
Auch der Streit um Sportereignis-Kontrakte gehört zum regulatorischen Umfeld: Die CFTC hat neun Bundesstaaten verklagt, darunter New York, Kentucky und Minnesota, um deren Bemühungen gegen solche Kontrakte anzufechten. Die Debatte über Prognosemärkte und politische Aufsicht wird damit auf mehreren Ebenen geführt, wobei die nun erwartete Maßnahme einen anderen Schwerpunkt auf die Vermarktung legt.
Vergleichbare Fragen zu Bonuswerbung gab es bereits im klassischen Sportwettenmarkt. Die Ohio Casino Control Commission verhängte 2023 gegen DraftKings, Caesars und BetMGM jeweils eine Strafe von 150.000 US-Dollar, unter anderem wegen Boni, die als kostenlos oder risikofrei beschrieben worden waren. 2024 belegte die Massachusetts Gaming Commission Penn Entertainment mit einer Geldbuße von 25.000 US-Dollar wegen eines regelmäßig beworbenen Kombiwetts, das als nicht verlierbar dargestellt wurde.
Für Deutschland lässt sich aus dem US-Verfahren keine unmittelbare regulatorische Folge ableiten. Die berichteten Schritte betreffen die Zuständigkeit der CFTC und US-amerikanische Plattformen; die Primärquelle enthält keine Angaben zu einer deutschen Bewertung durch die GGL.
Als nächste Schritte kommen gezielte Prüfungen von Börsen oder direkte Durchsetzungsuntersuchungen infrage; welche Form die CFTC wählt, ist noch nicht entschieden. Bis zum Ende der Woche soll eine Maßnahme feststehen oder erfolgen, ohne dass bislang bekannt ist, welche Anbieter sie betrifft. Für die Branche dürfte entscheidend sein, ob die Aufsicht einzelne Promotions beanstandet oder daraus weitergehende Anforderungen an die Gestaltung und Einreichung von Incentives ableitet.
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