Kinzinger-Fall stellt Kalshis Schutzregeln auf den Prüfstand

Adam Kinzinger erhielt Anfang 2025 eine Begnadigung von Joe Biden. Die CFTC untersucht nun Kalshi-Geschäfte zu diesem Thema; die Prüfung ist kein Beleg für einen Rechtsverstoß.

Kinzinger-Fall stellt Kalshis Schutzregeln auf den Prüfstand

Adam Kinzinger erhielt Anfang 2025 eine Begnadigung von Joe Biden. Die CFTC untersucht nun Kalshi-Geschäfte zu diesem Thema; die Prüfung ist kein Beleg für einen Rechtsverstoß.

Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) hat eine Untersuchung gegen den ehemaligen republikanischen Abgeordneten Adam Kinzinger aus Illinois eingeleitet. Im Mittelpunkt stehen Kalshi-Geschäfte eines Kontos, das mutmaßlich mit Kinzinger verknüpft war und zwischen Dezember 2024 und Januar 2025 Kontrakte dazu handelte, ob er eine Begnadigung erhalten würde.

Adam Kinzinger lächelt neben einem älteren Mann in einem dunklen Anzug.
Adam Kinzinger

Der Fall betrifft personenbezogene politische Kontrakte und die Frage, welche Compliance-Risiken entstehen, wenn ein Marktteilnehmer selbst Gegenstand eines Ereignisses ist. Die CFTC-Prüfkriterien für personenbezogene Mention-Kontrakte geben einen branchenrelevanten Rahmen für solche Risiken, ohne dass daraus bereits eine Bewertung des konkreten Kinzinger-Falls folgt.

Kalshi meldete das Konto der CFTC

Politico berichtete unter Berufung auf drei Personen mit Kenntnis der Angelegenheit über die Untersuchung. Eine Kalshi-Quelle erklärte gegenüber The Hill, das Unternehmen habe das Konto und die betreffenden Trades der CFTC gemeldet. Die Quelle bezeichnete die Untersuchung als „very routine“.

Nach Darstellung derselben Quelle versuchte Kalshi mehrfach, Kinzinger telefonisch und per E-Mail zu erreichen, um ihn über die Untersuchung und die spätere Meldung an die CFTC zu informieren. Kinzinger sagte dagegen gegenüber Politico, weder die Behörde noch das Unternehmen hätten ihn wegen der Untersuchung kontaktiert. Damit stehen bislang unterschiedliche Angaben zum Austausch zwischen dem Händler und den beteiligten Stellen nebeneinander.

Screenshots, die Decrypt vorlagen, zeigten nach dem Bericht rund 25 Trades und einen Betrag von 823 US-Dollar. Kinzinger habe dabei überwiegend Geld verloren. Die Angabe beschreibt die in den Screenshots sichtbaren Geschäfte und wird nicht als präziser Nettogewinn ausgewiesen.

Kalshi lehnte eine Stellungnahme mit Verweis auf die laufende Untersuchung ab. Die CFTC reagierte nicht unmittelbar auf eine Bitte von The Hill um Kommentar. Aus dem bekannten Sachstand geht weder hervor, ob die Behörde weitere Schritte plant, noch wann die Prüfung abgeschlossen werden könnte.

Kinzinger verweist auf fehlende Insiderinformationen

In einer Erklärung gegenüber Politico sagte Kinzinger, er sei zum Zeitpunkt der Trades bereits seit zwei Jahren nicht mehr im Amt gewesen und habe keine Insiderinformationen gehabt. Zudem habe er nach eigener Darstellung die Regeln von Kalshi vor den Wetten gelesen. Als allgemeine Verbote habe er verstanden, dass Nutzer nicht für eine zuständige Quelle arbeiten, den Ausgang nicht beeinflussen und keine nicht öffentlichen Informationen über das Ereignis besitzen dürften.

„had been out of office for two years, and had no inside information.“

Kinzinger erklärte außerdem, er habe sich sicher gefühlt, weil er mit niemandem über die Begnadigungen gesprochen habe, insbesondere nicht mit Personen im Umfeld des Weißen Hauses. Diese Darstellung ist seine eigene Einordnung der Geschäfte und der Kalshi-Regeln, keine unabhängige Feststellung zum Sachverhalt.

„I felt confident in this because I had never had a conversation with anyone about [the pardons], much less anyone anywhere near the White House.“

Die Zitate stammen aus Kinzingers Erklärung gegenüber Politico. Er sagte dort auch, von der CFTC und Kalshi nichts über die Untersuchung erfahren zu haben. Die widersprüchlichen Angaben zum Kontakt sind damit ein eigenständiger Teil des bekannten Sachstands, lösen aber die zentrale Frage nach der Zulässigkeit der Trades nicht auf.

Begnadigung und Kalshis Schutzmaßnahmen

Biden begnadigte Kinzinger Anfang 2025 gemeinsam mit Mitgliedern des Ausschusses des Repräsentantenhauses, der den Angriff auf das Kapitol vom 6. Januar 2021 untersucht hatte. Biden erklärte damals, die Begnadigungen sollten die öffentlichen Bediensteten schützen, die Angriffen durch Präsident Donald Trump ausgesetzt gewesen seien. Kinzinger hatte den Kongress 2022 verlassen und war einer von zehn republikanischen Abgeordneten gewesen, die für ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump wegen dessen Rolle im Zusammenhang mit dem Angriff stimmten.

Joe Biden spricht mit einem Megafon vor einem Hintergrund mit Wahlplakaten.
Joe Biden

Der Fall steht neben weiteren Compliance-Prüfungen bei Kalshi. Das Unternehmen arbeitete nach dem Bericht bereits bei Untersuchungen zu möglichem Insiderhandel mit der CFTC zusammen und meldete auffällige Trades eines langjährigen Teleprompter-Bedieners des Präsidenten. Der CFTC-Fall zum Teleprompter-Mitarbeiter zeigt, dass die Zusammenarbeit zwischen Plattform und Aufsicht auch bei politisch sensiblen Märkten eine Rolle spielt.

Kalshi führte im März neue Schutzmaßnahmen ein, die Politikern, Sportlern und anderen relevanten Personen den Handel in bestimmten Märkten untersagen. Für einige Märkte müssen Nutzer außerdem Angaben zu ihrem Arbeitgeber machen. Die Sanktionen gegen politische Kandidaten sind ein weiterer Hinweis darauf, wie Kalshi seine Regeln für politische Akteure durchsetzt.

Für die CFTC steht zunächst die Prüfung der konkreten Kontoverknüpfung, der gehandelten Kontrakte und der verfügbaren Informationen im Raum. Solange die Untersuchung läuft und keine behördliche Bewertung vorliegt, lässt sich aus den Geschäften weder ein Insiderhandel noch ein anderer Verstoß ableiten. Der Fall macht jedoch sichtbar, wie eng bei personenbezogenen Prognosemärkten Plattformregeln, Meldewege und behördliche Aufsicht zusammenwirken.

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Anja Sellman-Reiner
Casino & Poker Experte

Anja ist iGaming-Expertin und spezialisierte Content-Strategin mit Fokus auf die inhaltliche Qualität und strategische Ausrichtung digitaler Glücksspielangebote. Sie entwickelt, analysiert und optimiert Fach- und Marketingtexte für Online-Casinos und Sportwettenanbieter mit einem klaren Blick für regulatorische Anforderungen, Zielgruppenansprache und Conversion-Logik. Anjas Schwerpunkt liegt auf der Verbindung von Branchenexpertise, psychologischem Verständnis für Nutzerverhalten und präziser, performanceorientierter Kommunikation.

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