CFTC nennt vier Prüfkriterien für Mention-Kontrakte

Wenn die Abrechnung eines Kontrakts davon abhängt, welche Worte eine bestimmte Person verwendet, steigt aus Sicht der CFTC das Risiko gezielter Einflussnahme erheblich.

CFTC nennt vier Prüfkriterien für Mention-Kontrakte

Wenn die Abrechnung eines Kontrakts davon abhängt, welche Worte eine bestimmte Person verwendet, steigt aus Sicht der CFTC das Risiko gezielter Einflussnahme erheblich.

Die Commodity Futures Trading Commission hat am 22. September 2026 bestimmte regulierte Marktteilnehmer schriftlich darauf hingewiesen, dass sogenannte Mention-Kontrakte auf Prognosemärkten ein erhöhtes Manipulationsrisiko bergen. Die Behörde schafft damit laut eigener Darstellung keine neuen Verpflichtungen, sondern gibt Hinweise dazu, unter welchen Bedingungen solche Kontrakte mit dem Commodity Exchange Act vereinbar gelistet werden können. Mention-Kontrakte fragen danach, welche konkreten Wörter in einer Rede, einem Unternehmensberichtsgespräch oder einer Fernsehsendung fallen werden.

Verfahrensstand und Hintergrund

Das Schreiben richtet sich an sogenannte Designated Contract Market-Einheiten, also an Börsen, die von der CFTC zur Auflegung entsprechender Kontrakte zugelassen sind. Wie Gambling Insider bereits zur grundsätzlichen Zuständigkeit der Behörde berichtete, ist die CFTC für entsprechende Kontrakte zuständig. CNBC hatte im August berichtet, dass die Behörde eine interne Überprüfung von Mention-Märkten eingeleitet hatte.

Als Reaktion auf diese Prüfung zog die Plattform Kalshi ihre sportbezogenen Mention-Märkte zurück. Kalshi zählt laut CFTC-Angaben zu den wenigen in den USA regulierten Plattformen, die Mention-Märkte überhaupt anbieten. Der wichtigste Konkurrent, Polymarket, führt solche Kontrakte ausschließlich an seiner internationalen Börse, die nicht der Aufsicht der CFTC unterliegt.

Vier Prüfkriterien für Börsen

Im Schreiben nennt die CFTC vier Faktoren, die Börsen bei der Gestaltung von Mention-Kontrakten berücksichtigen sollen. Erstens geht es um externe Verpflichtungen, denen die Person unterliegt, deren Äußerungen oder Handlungen den Kontrakt entscheiden. Zweitens soll geprüft werden, ob äußerer Druck auf diese Person deren Verhalten beeinflussen könnte.

Drittens verlangt die Behörde, dass die für die Abrechnung herangezogenen Wörter oder Handlungen unabhängig verifizierbar sind. Viertens sollen ausreichende Überwachungsmechanismen vorhanden sein, um Manipulationsversuche zu erkennen. Die CFTC ermutigt Börsen zudem, bereits in der frühen Designphase neuer Mention-Kontrakte den Kontakt zur behördeneigenen Division of Market Oversight zu suchen, wie auch frühere Vorgaben zur Selbstzertifizierung neuer Kontrakte nahelegen.

Reaktion von Kalshi

Eine Sprecherin von Kalshi, Elisabeth Diana, erklärte, das Unternehmen habe die Anleitung auf Grundlage einer vorherigen Abstimmung mit der CFTC behandelt.

Der Fall Perez als Warnsignal

Die CFTC begründet das erhöhte Risiko damit, dass die Abrechnung solcher Kontrakte vom konkreten Verhalten einer einzelnen Person abhängt, das weder unabhängig entsteht noch zwingend von außen überprüfbar ist. Wie real dieses Risiko ist, zeigte sich bereits im Juli, als Berichte über den Handel eines langjährigen Teleprompter-Operators von Präsident Donald Trump auf Mention-Märkten für Aufsehen sorgten.

Gabriel Perez schloss im August einen Vergleich mit der CFTC und musste 172.539 US-Dollar wegen Insiderhandels auf einem Prognosemarkt zahlen. Gambling Insider hatte den Fall bereits ausführlich eingeordnet, der als konkretes Beispiel dafür dient, wie sich Zugang zu nicht öffentlichen Informationen über künftige Reden in Handelsgewinne übersetzen lässt.

Die aktuelle Anleitung der CFTC macht deutlich, dass Behörde und Börsen bei personenbezogenen Kontrakten künftig genauer hinschauen dürften, ohne dass damit bereits ein formelles Verbot verbunden wäre. Für Betreiber wie Kalshi bedeutet dies vor allem, Designprozesse für neue Mention-Kontrakte frühzeitig mit der Aufsicht abzustimmen, um spätere Rückzüge wie im Fall der Sportmärkte zu vermeiden.

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Anja Sellman-Reiner
Casino & Poker Experte

Anja ist iGaming-Expertin und spezialisierte Content-Strategin mit Fokus auf die inhaltliche Qualität und strategische Ausrichtung digitaler Glücksspielangebote. Sie entwickelt, analysiert und optimiert Fach- und Marketingtexte für Online-Casinos und Sportwettenanbieter mit einem klaren Blick für regulatorische Anforderungen, Zielgruppenansprache und Conversion-Logik. Anjas Schwerpunkt liegt auf der Verbindung von Branchenexpertise, psychologischem Verständnis für Nutzerverhalten und präziser, performanceorientierter Kommunikation.

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