CFTC prüft Bonusprogramme von US-Prognosemärkten
Eine mögliche CFTC-Maßnahme könnte Bonus- und Rabattprogramme von US-Prognosemärkten kurzfristig unter Druck setzen. Welche Form sie annimmt und welche Anbieter betroffen wären, ist bislang offen.
Eine mögliche CFTC-Maßnahme könnte Bonus- und Rabattprogramme von US-Prognosemärkten kurzfristig unter Druck setzen. Welche Form sie annimmt und welche Anbieter betroffen wären, ist bislang offen.
Die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) überprüft Incentive-Programme von Prognosemarkt-Plattformen und könnte laut einem Bericht bis Freitag, 2. Oktober, eine noch nicht näher bestimmte Maßnahme bekannt geben. Die Prüfung umfasst Anreize für Trader und Market Maker; eine neue Regel oder eine bereits abgeschlossene Durchsetzungsmaßnahme ist damit nicht belegt. Am Mittwoch, 30. September, war laut dem Bericht noch keine entsprechende Ankündigung auf der CFTC-Website veröffentlicht.
Die mögliche Maßnahme folgt auf eine Anpassungsfrist, die die Behörde den Börsen im August gesetzt hatte. Der Vorgang betrifft damit nicht nur einzelne Anmeldeboni, sondern auch die Ausgestaltung und Einreichung von Handels- und Liquiditätsprogrammen.
Frist für Änderungen ist bereits verstrichen
Front Office Sports berichtete am 29. September unter Berufung auf Quellen, die CFTC überprüfe Promotions von Prognosemarkt-Plattformen. Die Prüfung könne gezielte Kontrollen oder Enforcement-Untersuchungen nach sich ziehen. Vorsitzender Michael Selig habe sich dem Bericht zufolge noch nicht auf ein Vorgehen festgelegt.
Die Abteilung für Marktaufsicht der CFTC veröffentlichte am 12. August eine Staff Guidance zu Incentive-Programmen. Börsen, die entsprechende Programme bereits eingereicht hatten, sollten diese überprüfen und etwaige Änderungen bis zum 14. September vorlegen. Die Frist war zum Zeitpunkt des Berichts damit seit gut zwei Wochen abgelaufen.
Die Guidance ist nach Darstellung der Primärquelle keine neue Regel. Sie bietet den Plattformen zugleich keinen Schutz vor möglichen Durchsetzungsmaßnahmen. Die aktuelle Prüfung könnte somit zeigen, wie die Behörde die zuvor benannten Bedenken gegenüber bestehenden Programmen weiterverfolgt. Eine CFTC-Prüfung von Incentive-Programmen bei Prognosemärkten stand bereits im Zentrum der vorausgegangenen regulatorischen Hinweise.
Im Fokus stehen Volumenboni und Zufallsprämien
Die Staff Guidance hob volumenabhängige Belohnungen mit steilen Stufen oder Schwellenboni hervor. Solche Modelle könnten Wash Trading begünstigen, wenn sie Teilnehmer dazu anregen, Handelsvolumen unabhängig von einer tatsächlichen Marktposition aufzubauen.

Auch Market-Maker-Programme, die Gewinne garantieren oder Verluste durch Zuschüsse und Rabatte ausgleichen, wurden als problematisch beschrieben. Weitere Bedenken betrafen unbegrenzte Rabatte, als risikofrei beworbene Trades und regelmäßige Zahlungen an Market Maker. Zudem verwies die Behörde auf nicht öffentlich ausgewiesene Rabattcodes und informelle VIP-Vorteile.
Bei zufallsabhängigen Belohnungen zog die Guidance eine Grenze zu casinoartigen Mechaniken. Dazu zählten Verlosungen und Aktionen, bei denen Teilnehmende über ein Glücksrad oder ein ähnliches Verfahren einen Bonus erhalten. Börsen bleiben laut der Guidance auch für Anreize verantwortlich, die Affiliates oder andere Vermittler in ihrem Auftrag ausgeben.
Damit richtet sich die regulatorische Aufmerksamkeit nicht allein auf die Bedingungen, die eine Plattform unmittelbar auf ihrer eigenen Website bewirbt. Auch die Verbreitung und konkrete Ausgestaltung von Promotions über Partner können für die Beurteilung relevant sein.
Betroffene Anbieter und nächster Schritt noch unklar
Die CFTC lehnte gegenüber Front Office Sports eine Stellungnahme ab. Welche Unternehmen konkret in den Blick geraten könnten, ist bislang nicht bekannt. Kalshi, Polymarket und Novig betreiben nach Angaben der Primärquelle Incentive-Programme, die die Aufmerksamkeit der Behörde auf sich ziehen könnten; daraus folgt jedoch keine Feststellung, dass eines dieser Unternehmen gegen Vorgaben verstoßen hat.

Die CFTC hat sich in anderen Rechtsstreitigkeiten überwiegend auf die Seite der Branche gestellt und neun Bundesstaaten verklagt, die Sportereignis-Kontrakte blockieren wollten. Eine Prüfung von Bonus- und Rabattprogrammen wäre daher ein seltener regulatorischer Schritt gegen einen Sektor, den die Behörde in Auseinandersetzungen um die Zulässigkeit solcher Kontrakte bislang verteidigt hat.
Die Promotionspraxis reicht von festen Anmeldegutschriften bis zu variablen Prämien. Affiliate-Seiten führten laut Primärquelle US-Anmeldegutschriften von 25 US-Dollar für Kalshi und 50 US-Dollar für Polymarket auf. Im Juli hatten Affiliates eine Kalshi-Aktion beworben, bei der nach einem Handel über 25 US-Dollar ein Bonus von bis zu 500 US-Dollar möglich war. Die von Affiliates veröffentlichten Quoten sahen vor, dass 70 Prozent der Nutzer 15 US-Dollar und 0,35 Prozent 500 US-Dollar erhielten. Das aktuell gelistete Angebot war laut Bericht hingegen eine feste Gutschrift von 25 US-Dollar.
Separat hatte Kalshi am 22. September auf Vorwürfe zu auffälligen Handelsmustern in seinem Ether-Perpetual reagiert. Das Unternehmen erklärte die wiederholten Transaktionen mit Market Makern, die eine monatliche Vergütung für dauerhaft eingestellte Orders erhielten, sowie einem befristeten Rabatt auf Gebühren für selbst abwickelnde Mitglieder. Nach Darstellung der Primärquelle scheinen diese beiden Programme nicht Teil der aktuellen CFTC-Prüfung zu sein.
Die Diskussion über Promotions fügt sich in eine breitere Auseinandersetzung um die Vermarktung von Prognosemärkten ein, zu der auch Einschränkungen für Werbung von Prognosemärkten in den USA zählen. Auch die politische Prüfung von Werbepraktiken und Influencer-Marketing zeigt, dass die Vermarktung der Plattformen zunehmend über die unmittelbare Produktregulierung hinaus in den Blick gerät.
Bis Freitag, 2. Oktober, wurde eine Ankündigung der CFTC erwartet, ohne dass deren Inhalt oder Vorgehensweise bereits feststand. Gezielte Prüfungen oder Enforcement-Untersuchungen sind mögliche Schritte, aber bislang keine bestätigten Entscheidungen. Für Betreiber dürfte entscheidend sein, ob die Behörde die Frist und ihre Hinweise lediglich weiter überprüft oder daraus konkrete Anforderungen an laufende Promotions ableitet.
Gambling Insider liefert die neuesten Branchennachrichten, ausführliche Features und Bewertungen von Anbietern, denen Sie vertrauen können. Unser Team kombiniert strenge redaktionelle Standards mit jahrzehntelanger Fachkompetenz, um Genauigkeit und Fairness zu gewährleisten. Wir sind bestrebt, klare, unparteiische und zuverlässige Berichterstattung über den globalen Glücksspielsek