Kalshi und Polymarket: US-Zugang bleibt vom Bundesstaat abhängig
Die bundesrechtliche Regulierung durch die CFTC bedeutet nicht, dass Sport-Prognosemärkte überall in den USA gleich verfügbar sind. Laufende Verfahren und einzelstaatliche Sperren führen dazu, dass sich der Zugang zu Kalshi und Polymarket von Staat zu Staat unterscheidet.
Die bundesrechtliche Regulierung durch die CFTC bedeutet nicht, dass Sport-Prognosemärkte überall in den USA gleich verfügbar sind. Laufende Verfahren und einzelstaatliche Sperren führen dazu, dass sich der Zugang zu Kalshi und Polymarket von Staat zu Staat unterscheidet.
Eine am 2. Oktober 2026 veröffentlichte Übersicht zum Status von Kalshi und der Polymarket-US-App zeigt, wie weit die tatsächliche Verfügbarkeit von einer einheitlichen bundesweiten Einordnung entfernt ist. Zwar werden beide Angebote laut Übersicht bundesrechtlich durch die Commodity Futures Trading Commission (CFTC) reguliert; mehrere Bundesstaaten bestreiten jedoch, dass diese Aufsicht ihre Glücksspielgesetze verdrängt. Entsprechend sind Märkte teils eingeschränkt, in Verfahren blockiert oder nur bei einer der beiden Plattformen verfügbar. Der Streit um Kalshis Sportkontrakte und die Zuständigkeit der Bundesstaaten steht exemplarisch für diesen Konflikt.

Status nach Bundesstaat: meist live, aber nicht überall gleich
Als live führt die Übersicht Alabama, Arkansas, Colorado, Delaware, Washington, D.C., Florida, Georgia, Hawaii, Idaho, Indiana, Iowa, Kansas, Kentucky, Louisiana, Maine, Minnesota, Mississippi, Missouri, Montana, Nebraska, New Hampshire, New Jersey, New Mexico, North Carolina, North Dakota, Oklahoma, Oregon, Pennsylvania, Rhode Island, South Carolina, South Dakota, Vermont, Virginia, West Virginia und Wyoming. Die Einstufung beschreibt die Verfügbarkeit von Sportmärkten, bedeutet aber nicht automatisch, dass beide Plattformen in jedem dieser Gebiete dieselben Angebote bereitstellen.
Mit einem Sternchen als potenziell eingeschränkt oder von Verfahren betroffen markiert sind Arizona, Kalifornien, Connecticut, Illinois, Maryland, Massachusetts, New York, Ohio, Tennessee, Texas, Washington und Wisconsin. Die Fußnote der Übersicht warnt, dass in solchen Fällen eine vollständige Handelssperre oder eine Beschränkung auf ausgewählte Märkte außerhalb des Sports möglich ist. Zugleich bestehen konkrete Plattformunterschiede: In Arizona und Connecticut ist Polymarket laut Tabelle nicht verfügbar, in Maryland ist es durch eine Klage blockiert und in Tennessee gesperrt, während Kalshi dort jeweils Sportmärkte anbietet.
Als nicht live nennt die Übersicht Michigan, Nevada und Utah. Bei Michigan ist die Sperre nach den beschriebenen Gerichtsmaßnahmen nicht notwendigerweise endgültig; der Rechtsstreit zwischen dem Bundesstaat und den Plattformen dauert an. Die unterschiedliche Behandlung in Michigan verdeutlicht, wie einzelstaatliche Maßnahmen neben der CFTC-Aufsicht praktische Folgen haben können.
Klagen und Sperren prägen die Einordnung
In Arizona verfolgt der Staat Kalshi wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Glücksspiel- und Wahlwettenrecht. Die CFTC klagte ihrerseits gegen Arizona und argumentierte, staatliche Durchsetzung greife in ihre Zuständigkeit ein. Ein Bundesrichter blockierte die Strafverfolgung dauerhaft; laut Übersicht waren zum Veröffentlichungszeitpunkt jedoch noch nicht alle Rechtsmittel ausgeschöpft.
In Kalifornien machen drei Stämme geltend, Prognosemärkte verstießen gegen den Indian Gaming Regulatory Act und Sportmärkte stünden im Konflikt mit dem Verbot von Sportwetten im Bundesstaat. Ein Antrag auf einstweilige Verfügung wurde abgelehnt, die Stämme legten jedoch beim Ninth Circuit Berufung ein. In Connecticut richteten sich Unterlassungsaufforderungen gegen Sport- und Wahlkontrakte, die der Staat als illegales Online-Glücksspiel einstuft; die CFTC ging dagegen vor, und laut Übersicht erließ der Ninth Circuit eine einstweilige Verfügung.
In Maryland sind Sportmärkte über Kalshi verfügbar, während eine Klage Polymarket blockiert. Zusätzlich verklagte die Stadt Baltimore beide Plattformen. Kalshi vertritt in dem Konflikt die Position, Sportkontrakte seien Finanzprodukte, auf die bundesrechtliche Regeln anwendbar seien; Maryland ordnet sie dagegen als nicht lizenzierte Sportwetten ein. Die Auseinandersetzung um Polymarket in New York ist ein weiteres Beispiel dafür, dass Behörden einzelstaatliche Glücksspielregeln auf das Angebot anwenden wollen.
Massachusetts bleibt ebenfalls umkämpft: Kalshi wartet laut Übersicht auf eine Entscheidung des Supreme Judicial Court, die Sportmärkte untersagen könnte, während die CFTC eine mögliche Sperre anficht. In Nevada entschied der Ninth Circuit gegen Kalshi und bestätigte nach Darstellung der Übersicht, dass das Unternehmen eine Glücksspiellizenz benötigt. New Jersey kehrte dagegen nach einem vorübergehenden Verbot Anfang 2026 zum Live-Betrieb zurück; der Attorney General des Bundesstaates drängt auf eine höchstrichterliche Klärung der Regulierungszuständigkeit. In Washington stoppte ein Bundesrichter Kalshi-Märkte zugunsten des Bundesstaates.
Marktvolumen erhöht die Bedeutung des Rechtsstreits
Laut der im Ausgangsmaterial angeführten Analyse des Pew Research Center überstiegen die auf Prognosemärkten gehandelten Dollarbeträge die bei Sportwetten eingesetzten Summen. Das kombinierte globale monatliche Handelsvolumen der Prognosemärkte lag im Juli 2026 demnach bei rund 50,6 Milliarden US-Dollar. Zum Vergleich beziffert die Übersicht die monatlichen Einsätze bei legalen US-Sportwetten im Jahr 2025 auf etwa 14 Milliarden US-Dollar.

Die Zahlen sind nicht ohne Weiteres als direkte Marktanteilsanalyse zu lesen: Sie beziehen sich auf unterschiedliche Zeiträume und stellen das globale Handelsvolumen der Prognosemärkte den Einsätzen auf legalen Sportwettenmärkten in den USA gegenüber. Sie verdeutlichen dennoch die wirtschaftliche Größenordnung, vor deren Hintergrund Bundesstaaten und CFTC um die Regulierung einzelner Vertragskategorien ringen.
Im Kern geht es darum, ob Sport-Event-Kontrakte als bundesrechtlich regulierte Finanzprodukte behandelt werden oder ob einzelstaatliche Glücksspielregeln ihre Bereitstellung begrenzen können. Die CFTC beansprucht in den beschriebenen Verfahren eine ausschließliche Bundeszuständigkeit; mehrere Bundesstaaten handeln dagegen auf Grundlage ihrer Glücksspielgesetze und wenden diese auf Sport- oder andere Event-Kontrakte an. Die Übersicht warnt deshalb ausdrücklich, dass sich der Zugang während laufender Verfahren und Berufungen ändern kann und lokale Vorschriften vor einer Teilnahme geprüft werden sollten.
Der Live-Status ist damit weder allein durch die CFTC-Regulierung noch durch eine pauschale Aussage zur Rechtmäßigkeit bestimmt: Entscheidend sind auch einzelstaatliche Verfahren, gerichtliche Anordnungen und die konkrete Verfügbarkeit auf jeder Plattform. Die Übersicht bildet den Stand vom 2. Oktober 2026 ab und ist keine dauerhafte Aussage für sämtliche Staaten.
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