Urteil erlaubt Ohio vorerst Vorgehen gegen Kalshis Sportverträge
Ein Berufungsurteil lässt Ohio vorerst Spielraum, seine Glücksspiel- und Sportwettenregeln auf Kalshis Sportverträge anzuwenden. Über die endgültige Rechtmäßigkeit der einzelnen Kontrakte ist damit jedoch noch nicht entschieden.
Ein Berufungsurteil lässt Ohio vorerst Spielraum, seine Glücksspiel- und Sportwettenregeln auf Kalshis Sportverträge anzuwenden. Über die endgültige Rechtmäßigkeit der einzelnen Kontrakte ist damit jedoch noch nicht entschieden.
Der Gouverneur von Ohio, Mike DeWine, stuft die sportbezogenen Verträge des Prognosemarktbetreibers Kalshi als illegales Glücksspiel ein und kündigte an, das einzelstaatliche Recht gegen das Unternehmen durchzusetzen. Der Sixth Circuit wies Kalshis Antrag auf eine einstweilige Verfügung zurück und ließ damit weitere Maßnahmen Ohios während des laufenden Rechtsstreits zu. Die Entscheidung betrifft den Zuständigkeitskonflikt zwischen Bundes- und Landesrecht, der auch in anderen Verfahren um Kalshis Sportkontrakte im Mittelpunkt steht.

Berufungsurteil lässt Ohio Handlungsspielraum
Laut dem Statehouse News Bureau erklärte DeWine, er begrüße die Entscheidung des US-Berufungsgerichts für den Sixth Circuit. Das Gericht bestätigte demnach, dass Ohio seine Sportwettenregeln auf Kalshis Sportereignisverträge anwenden kann, und lehnte es ab, die Durchsetzung durch den Bundesstaat vorläufig zu blockieren.
Kalshi hatte geltend gemacht, seine Verträge fielen als „swaps“ in die ausschließliche Zuständigkeit der Commodity Futures Trading Commission (CFTC). Der Sixth Circuit befand, das Unternehmen habe nicht ausreichend gezeigt, dass seine Sportkontrakte diese Voraussetzung erfüllen. Zudem würde Bundesrecht nach der Entscheidung die Glücksspielgesetze Ohios selbst dann nicht verdrängen, wenn die Verträge als „swaps“ einzuordnen wären.
Die Zurückweisung des Eilantrags ist keine abschließende Entscheidung über die Rechtmäßigkeit jedes einzelnen Kalshi-Vertrags. Sie bedeutet zunächst, dass Ohio während des weiteren Verfahrens nicht durch die beantragte einstweilige Verfügung an der Durchsetzung seiner Regeln gehindert wird.
Ohio beanstandet fehlende Lizenz und Steuerzahlung
Kalshi nahm 2025 Sportereignisverträge in sein Angebot auf. Die Ohio Casino Control Commission wertete das Angebot als Betrieb eines nicht lizenzierten Sportwettenanbieters und forderte das Unternehmen auf, den Dienst einzustellen oder eine Lizenz zu beantragen und die in Ohio geltende Sportwettensteuer zu entrichten.
Im Oktober 2025 verklagte Kalshi die Kommission und staatliche Amtsträger. Das Unternehmen argumentierte, die Verträge würden bundesrechtlich reguliert und seien deshalb nicht den einzelstaatlichen Glücksspielgesetzen unterworfen. Der Rechtsstreit dauert an; die Zurückweisung des Eilantrags klärt diese grundsätzliche Auseinandersetzung nicht abschließend.
DeWine stellte die Angebote als Versuch dar, die Lizenz-, Steuer- und Aufsichtspflichten zu umgehen, die für regulierte Sportwettenanbieter gelten. Diese Einordnung ist die Position des Gouverneurs und nicht gleichbedeutend mit einem endgültigen Urteil über sämtliche Produkte oder Verträge von Kalshi.
Die Kommission hatte zudem eine multimillionenschwere zivilrechtliche Strafe gegen Kalshi wegen nicht lizenzierten Sportspiels verfolgt. Die im verfügbaren Primärbericht genannte Summe bleibt unbeziffert; eine konkrete Höhe lässt sich daraus nicht ableiten.
Streit um Bundes- und Landesaufsicht bleibt offen
Kalshis Klageposition beruht auf der Auffassung, dass die Sportereignisverträge bundesrechtlich regulierte Produkte und keine nach Ohios Glücksspielrecht zu behandelnden Wetten seien. Der Sixth Circuit stellte dagegen für den Antrag auf einstweilige Verfügung fest, dass Kalshi die beanspruchte ausschließliche CFTC-Zuständigkeit nicht ausreichend belegt habe und dass Bundesrecht Ohios Glücksspielgesetze nicht verdränge.
Damit stehen zwei unterschiedliche Regulierungsansätze gegenüber: Kalshi beruft sich auf die bundesrechtliche Aufsicht über bestimmte Kontrakte, während Ohio die Angebote an den Vorgaben für staatlich lizenzierte Sportwetten misst. Der Streit darüber, welche Prognosemarkt-Kontrakte der CFTC zugeordnet werden können, ist auch für die Abgrenzung der CFTC-Zuständigkeit relevant.
Der Fall steht zudem in einem breiteren Zusammenhang konkurrierender Bundes- und Landesaufsicht, wie ein vergleichbarer Rechtsstreit um Kalshi und die CFTC zeigt. Der Primärbericht nennt weitere Auseinandersetzungen in anderen Bundesstaaten, enthält dazu aber keine näheren Einzelheiten.
Ohio hat angekündigt, sein Recht gegen Kalshi durchzusetzen; konkrete weitere Gerichtstermine oder Fristen sind nicht genannt. Bis zur Klärung des Hauptstreits bleibt die praktische Bedeutung des Urteils daher vor allem darin, dass der Bundesstaat seine Maßnahmen gegen Kalshis Sportangebote fortsetzen kann.
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